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"Geld allein darf es nicht mehr geben" - stern-Interview mit dem nordrhein-westfälischen Arbeitsminister Harald Schartau u. Umfrage zum Arbeitslosen-Problem

"Geld allein darf es nicht mehr geben" - stern-Interview mit dem
nordrhein-westfälischen Arbeitsminister Harald Schartau u. Umfrage
zum Arbeitslosen-Problem
Der nordrhein-westfälische Arbeitsminster Harald Schartau fordert durchgreifende Reform in der Arbeitslosenförderung. "In der Vergangenheit haben die Sozialpolitiker gedacht, sie täten den Betroffenen einen Gefallen, wenn sie ihnen möglichst lange Geld zahlen. Das war eine Fehlinvestition. Das Geld hätte man besser in die Qualität der Vermittlung gesteckt", sagte Schartau in einem Gespräch mit dem Hamburger Magazin stern, das in der neuen Ausgabe erscheint. "Ich will einen Systemwechsel", sagte Schartau, der auch SPD-Vorsitzender in NRW ist. Schon am ersten Tag der Arbeitslosigkeit sollte "obligatorisch" mit dem Betroffenen ein Vertrag geschlossen werden, in dem konkrete Schritte für seine Rückkehr in eine Beschäftigung festgelegt werden. "Und nur wenn so ein Vertrag unterzeichnet ist und der Arbeitslose mitzieht, gibt es finanzielle Untersützung. Geld allein - das darf es möglichst bald nicht mehr geben", sagte der frühere IG-Metall-Funktionär. Im Zusammenhang mit der Diskussion um einen Niedriglohnsektor begrüßte Schartau die bundesweite Ausdehnung des Mainzer Modells : "Aber es ist zu wenig." Es gehe darum, das System so umzugestalten, "dass für gering Qualifizierte dauerhaft neue Beschäftigung entsteht". Trotz gestiegener Arbeitslosigkeit wird nach Meinung Schartaus die Schröder-Regierung die nächste Bundestagswahl gewinnen, "wenn in den kommenden Monaten die bereits getroffenen Neuregelungen greifen - und wenn sie, sollte die Arbeitslosigkeit trotzdem weiter steigen, mutig und entschlossen weitere Schritte unternimmt". Nach einer Umfrage im Auftrag des stern sind 44 Prozent der Deutschen der Meinung, dass sich die Arbeitslosen nicht genügend darum bemühen, wieder eine Arbeit zu finden. Gegenteiliger Meinung sind ebenfalls 44 Prozent. Eine deutliche Mehrheit der Befragten (58 Prozent) befürwortet sogar, dass mehr Druck auf die Arbeitslosen ausgeübt werden sollte. In den westlichen Bundesländern betrug der Anteil der Befürworter 61 Prozent, in den neuen Bundesländern wollten dies 43 Prozent. Dort lehnten es 49 Prozent der Befragten ab, den Druck auf die Arbeitslosen zu verstärken. Die repräsentative Forsa-Umfrage (1071 Befragte am 18. u. 19.1.02) ergab ferner, dass 52 Prozent der Deutschen glauben, Kanzler Schröder könnte die Wahl im September verlieren, falls die Arbeitslosigkeit nicht wesentlich sinkt. In den neuen Bundesländern beantworten 62 Prozent die entsprechende Frage mit ja, im Westen dagegen nur 49 Prozent. Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen: stern-Nachrichtenredaktion, Tel. 040/3703 3558. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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