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IOC-Präsident Rogge zum stern: "Olympische Spiele dürfen nicht Opfer der Gewalt werden"

Die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City werden auf jeden Fall stattfinden, auch wenn der Krieg der USA gegen Afghanistan am 8. Februar 2002, ihrem Eröffnungstag, noch andauert. Dies bekräftigt der neue Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), der belgische Chirurg Jacques Rogge, in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. "Die Spiele dürfen nicht Opfer der Gewalt werden. Sie sind eine Antwort auf die Gewalt." "Dass der Sport der Welt den Frieden bringen kann", wie der Gründer der modernen Spiele, Pierre de Coubertin, noch glaubte, hält Rogge heute für "naiv". "Die Religionen haben der Welt nicht den Frieden gebracht, die Regierungen auch nicht - wie sollte das ausgerechnet dem IOC gelingen?" Rogge sieht den IOC als eine Sportorganisation, die "sich nicht in Politik im engeren Sinn einmischt". Deshalb betrachte sie es auch nicht als ihre Aufgabe, bei den Sommerspielen in Peking 2008 die Einhaltung der Menschenrechte in China zu überwachen. "Das kann Amnesty International, aber nicht das IOC." Im Kampf gegen das Doping schätzt Rogge die Möglichkeiten des IOC ebenfalls gering ein. "Sport ist ein Teil der Gesellschaft, er leidet unter den gleichen Problemen: In der Gesellschaft wird betrogen - im Sport wird gedopt." So sei mit der Einführung von Doping-Pässen, die für jeden Athleten verzeichnen, wann er kontrolliert wurde, vor Salt Lake City nicht mehr zu rechnen. Der Pass allein werde auch nicht die Lösung des Dopingproblems bringen. "Genauso wichtig ist es, mehr zu kontrollieren und die wissenschaftliche Forschung zu intensivieren." Ein besonderes Anliegen ist es Rogge, dem wachsenden olympischen Gigantismus Einhalt zu gebieten. Die Spiele, so Rogge zum stern, "werden kleiner, stärker, fitter. Wir müssen die Kosten und den Umfang verkleinern." Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen steht der stern-Redakteur Thomas Schumann, Tel. 040/37033525, zur Verfügung. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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