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Publizist Todenhöfer im stern über seine Reise durch den Islamischen Staat: "IS plant einen Völkermord"

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Hamburg (ots) - Als erster deutscher Autor reiste Jürgen Todenhöfer durch den Islamischen Staat. Im neuen stern erzählt er exklusiv von seinen Erlebnissen, von Terror und Alltag in Rakka und Mossul. Sein Motiv: "Man kann seine Feinde nur besiegen, wenn man sie kennt."

Todenhöfer traf Prediger, die heute als Richter im Kalifat arbeiten und deren Vorgänger ermordet wurden, weil sie Gesetze über das Wort Gottes gestellt haben sollen. Er sprach mit IS-Polizisten, die Ruhe und Ordnung versprechen, mit Maschinenpistolen herumfuchteln und kaum älter sind als 13 Jahre. Er besuchte Märkte, das Freitagsgebet und den Verlag des IS in Mossul, in dem Flugblätter mit den Regeln zur Behandlung von Sklavinnen gedruckt werden.

Den Schutz für Todenhöfer und seinen Sohn Frederic garantierte während der zehntägigen Reise ein Brief des IS-Chefs Al-Baghdadi, der nach monatelangen Verhandlungen zwischen Todenhöfer und den IS-Kämpfern via Skype vom Büro des selbsternannten Kalifen ausgestellt worden war. Ihr ständiger Begleiter war unter anderem der Deutsche Christian E. aus Solingen, der sich heute Abu Qatada nennt, ein Mitglied der Medienabteilung des IS. Und ein vermummter Fahrer mit einem Londoner Akzent und langen lockigen Haaren, den Todenhöfer für den brutalen IS-Henker Jihadi John hält: "Der IS hat das dementiert. Aber wir haben keine ernsthaften Zweifel mehr. Alles, was wir nach unserer Rückkehr über Jihadi John recherchiert und herausgefunden haben, hat unsere Vermutung bestätigt."

Im Laufe der Reise, so erzählt Todenhöfer, verschlechterte sich das Verhältnis mit den IS-Begleitern. Es gab ständig Streit, vor allem Jihadi Johns Ton wurde immer schärfer: "Ich wusste, jetzt wurde alles sehr ernst. Für den Fahrer sind wir Feinde. Todfeinde."

Im Interview mit Todenhöfer prophezeit Christian E. alias Abu Qatada die Eroberung Europas und den Massenmord an Millionen von Schiiten und liberalen Muslimen. Todenhöfer sagt, er habe Qatada so ausführlich zu Wort kommen lassen, weil er nicht mit Qatada debattieren wollte: "Ich wollte ein Geständnis, keine Talkshow. Außerdem waren wir bei dem Interview umgeben von bewaffneten Terroristen. Den gefährlichsten der Welt. Die eine religiöse Säuberungsorgie planen, die alles, was die Menschheit je gesehen hat, in den Schatten stellt. Wenn mir einer sagt: Wie können Sie mit solchen Leuten reden? Dem sage ich: Wir müssen alles von denen wissen. Die planen Völkermord."

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