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Lafontaine im stern: "Großspuriges Gerede von der militärischen Rolle Deutschlands"

Der frühere SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine geht mit der Afghanistan-Politik der Regierung Schröder hart ins Gericht. "Ich kritisiere das großspurige Gerede von der neuen militärischen Rolle Deutschlands in der Welt. Wer den Eindruck erweckt, er könne nicht erwarten, dass deutsche Soldaten in Afghanistan kämpfen, ist nicht reif, sondern unreif", sagte Lafontaine in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern, das in der neuen Ausgabe erscheint. "Das Ganze ist nicht durchdacht, teilweise ist auch Wichtigtuerei im Spiel." Als Parteivorsitzender würde er deutlich machen, "dass die SPD noch in der Tradition von Willy Brandt steht". Der Tod unschuldiger Menschen in den USA könne nicht "durch den Bombentod unschuldiger Afghanen gesühnt werden". Forderungen der Kirchen, der Grünen und einiger europäischer Regierungen, das militärische Vorgehen zu überprüfen, seien "absolut berechtigt". Es sei gut, "dass es bei den Grünen, aber auch in der SPD, noch Einzelne gibt, die sich an die Grundsätze erinnern, die einst in beiden Parteien die Außen- und Friedenspolitik bestimmt haben", sagte Lafontaine. Defizite in der Politik machten Protestparteien wie die von Schill in Hamburg stark. "Ich glaube nicht, dass in der SPD-Führung und im Kanzleramt schon ausreichend verstanden worden ist, dass enttäuschte Stammwähler zum Problem der SPD geworden sind", sagte der frühere Parteivorsitzende. "Ich bedauere, dass Schröder die Politik aufgegeben hat, die wir den Wählern versprochen haben. Wir sind jetzt bei der Politik gelandet, wie sie auch die Regierung Kohl gemacht hat, folglich bei den selben Ergebnissen", sagte der Ex-Finanzminister im stern. Diese Meldung ist unter der Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen: stern-Redakteur Andreas Hoidn-Borchers, Tel. 030/20224220 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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