Gruner+Jahr, STERN

Chinas Premierminister im stern: Deutschland soll eine größere Rolle in der Weltpolitik spielen

      - Querverweis: Bild ist abrufbar unter:        
         http://www.presseportal.de/galerie.htx?type=obs ;   

    Liebe Kolleginnen und Kollegen, bei der folgenden Zusammenfassung eines Interviews mit dem chinesischen Premierminister Zhu Rongji, das in der kommenden stern-Ausgabe erscheint, ist die Sperrfrist Dienstag, 00.00 Uhr zu beachten! Diese Meldung ist mit Sperrfristvermerk zur Verwendung frei. Mit freundlichem Gruß  -  Ernst Rudolf Achinger

    Hamburg (ots) - Der chinesische Premierminister Zhu Rongji hat vor
einer Ausweitung der amerikanischen Angriffe auf andere islamische
Länder gewarnt. "Wir müssen ganz klar zwischen Terroristen und
muslimischen Staaten unterscheiden", betonte Zhu Rongji in einem
Interview mit dem Hamburger Magazin stern. Bei militärischen Aktionen
gegen den Terrorismus dürften Zivilisten nicht in Mitleidenschaft
gezogen werden. Auch müssten die Vereinten Nationen einbezogen werden
und "voll zum Tragen kommen". Nach diesen Kriterien arbeite China mit
den USA zusammen.
    
    Zhu äußerte Zweifel daran, dass es mit der Verbreitung des
westlichen Systems weltweit Friede und Stabilität geben werde. Das
Problem des Terrorismus zum Beispiel habe die USA damit nicht lösen
können. "Die Geschichte wird beweisen, dass Demokratie und Recht
nicht unbedingt nach westlichem Modell organisiert werden müssen. Das
würde bei uns scheitern", sagte Zhu.
    
    Im Vorfeld des China-Besuchs von Bundeskanzler Schröder lobte der
Premierminister die Zusammenarbeit beider Staaten zur Verbesserung
des Rechtssystems in China: "Dieser Dialog, diese Zusammenarbeit ist
beispiellos. Wir denken, dass das Rechtssystem in Deutschland relativ
perfekt ist." Zhu räumte in dem stern-Interview ein, dass die
Menschenrechte in China zwar respektiert, aber "vielleicht etwas
häufiger verletzt würden als in anderen Ländern". Die Situation
verbessere sich ständig. Die Todesstrafe werde nur auf
Schwerstkriminelle angewendet und gelte nicht für Dissidenten. "Wenn
Amnesty International etwas anderes behauptet, ist dies eine
himmelschreiende Lüge", betonte der Premier.
    
    Zhu fordete im stern-Gespräch Deutschland auf, eine "noch größere"
Rolle in der Weltpolitik zu spielen. "Das würden wir mit großer
Freude sehen." Der Bundeskanzler und er seien "hao pengyou", ("gute
Freunde"). "Andere ausländische Regierungschefs empfange ich
normalerweise in Peking. Verhandlungen. Ein Abendessen. Ende!
Schröder werde ich nach Shanghai begleiten. So etwas tue ich zum
ersten Mal", kündigte Zhu an. Dort werde er mit Schröder die
Transrapidstrecke inspizieren, für die er sich "sehr eingesetzt
habe". "Wenn der Transrapid sich bewährt, könnte in ganz China ein
solches System entstehen - und ich bin sicher, dass die Shanghaier
Musterstrecke ein Erfolg wird", sagte der chinesische Regierungschef.
So habe die Hongkonger Regierung vor kurzem erklärt, dass sie einen
Transrapid in die südchinesische Boomstadt Shenzhen bauen will.
    
    
ots Originaltext: Stern
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Für Rückfragen:
stern-Nachrichtenredaktion,
Tel. 040/3703-3558

Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Gruner+Jahr, STERN

Das könnte Sie auch interessieren: