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stern: Finanzunternehmer vermittelte Gespräche mit Mißfelder

Hamburg (ots) - Der CDU-Abgeordnete Philipp Mißfelder hat sich von einem schillernden Finanzunternehmer regelmäßig als Gesprächspartner für Manager großer Kapitalanlagegesellschaften vermitteln lassen. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, wurden unter Vermittlung des Finanzunternehmers Christian Angermayer Vertretern von Hedgefonds und ähnlicher Firmen allein im Jahr 2012 etwa zwölf Termine mit Mißfelder angeboten, sowohl in Berlin wie in London oder New York. Unter den Geladenen waren Vertreter von Unternehmen wie Fortress oder Mason Capital. Thema der Gespräche war die Euro-Krise und ihre Bekämpfung. Mißfelder selbst sagte jetzt dem stern, er habe nur "bereits veröffentlichte Positionen der deutschen Politik" kommentiert.

Angermayer ließ dem stern über seinen Anwalt versichern, er und seine Firmen hätten "zu keiner Zeit Geld für die Vermittlung von Kontakten zu Politikern" erhalten "und dies auch nie eingefordert". Unterlagen, die dem stern vorliegen, erlauben Zweifel an dieser Aussage. Ein Firmen-Mitarbeiter, der Angermayer damals bei der Ausrichtung von Terminen mit Mißfelder half, behauptete im September 2012 in der Mail an einen potenziellen Kunden, dass andere Klienten für den Zugang zu Politikern angeblich um die 50.000 Dollar im Monat und bis zu einer Million Dollar pro Jahr hinblätterten. Zu solchen Zahlungen sei es dennoch nie gekommen, lässt Angermayer heute versichern. Die Zahlen seien "völlig absurd".

Beweise für direkte Gegenleistungen an Mißfelder gibt es nicht. Die Finanzfirma Altira AG, an der Angermayer bis mindestens Juni 2012 indirekt beteiligt war, ließ der CDU zwar zwischen 2008 und 2012 insgesamt 62.000 Euro zukommen, teils über eine Tochterfirma. Mißfelder versichert jedoch, dass diese Gelder nicht an seine Recklinghausener CDU gingen. Gegenüber dem stern gab der CDU-Politiker überdies an, dass die von ihm geführte Junge Union 2011 und 2012 von Altira insgesamt 19.500 Euro erhalten habe. Dies sei aber keinerlei "Gegenleistung" gewesen, versichert der Abgeordnete. Angermayer hatte nach eigenen Angaben nichts mit den Parteispenden zu tun. Über diese hätten die dortigen Vorstände entschieden. Angermayer selbst, so sein Anwalt, habe über "keine entsprechende Einwirkungsmöglichkeit" verfügt.

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