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stern: Getränkekartons haben laut Deutscher Umwelthilfe eine schlechte Ökobilanz

Hamburg (ots) - Die bei den Verbrauchern populären Getränkekartons, im Volksmund "Tetrapak" genannt, sind in ihrer Ökobilanz viel schlechter ihr Ruf. Laut Verpackungsordnung gelten die Verbundkartons aus Pappe, Plastik und Aluminium als "ökologisch vorteilhaft". Wie das Magazin stern in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, kommt eine Studie der Deutschen Umwelthilfe jedoch zu einem deutlich anderen Ergebnis.

Vor allem ist nach den Untersuchungen der Experten die Recyclingquote deutlich geringer als behauptet. Statt 71 Prozent, wie die Hersteller offiziell angeben, liegt sie nur bei 36,5 Prozent. Das habe eine genaue Analyse der Abfallströme ergeben. 42 Prozent der Getränkekartons landeten gar nicht erst im gelben Sack oder der gelben Tonne, sondern als Restabfall in der Verbrennung - die beschönigt "thermische Verwertung" genannt wird. "Verbrennung hat mit Recycling überhaupt nichts zu tun", sagt Umwelthilfe-Studienleiter Thomas Fischer zum stern.

Auch ist der Anteil nachwachsender Rohstoffe bei den Getränkekartons sehr viel geringer als ausgewiesen. Er liegt laut Deutscher Umwelthilfe bei 70 Prozent - im Durchschnitt. Der Fachverband Kartonverpackungen beziffert den Gehalt des aus Holz gefertigten Zellstoffs dagegen deutlich höher, auf 70 bis 80 Prozent. Für neue Kartons wird kein recyceltes Material eingesetzt, sondern es werden immer neue Bäume vor allem in Skandinavien gefällt, was einen erheblichen Rohstoffverbrauch nach sich zieht. Fischer, Fachmann für Kreislaufwirtschaft, hält die Werbung des Herstellerverbands mit fröhlichen Bäumen und Kartons deshalb für ökologisch irreführend: "Die wollen uns weismachen, dass Pappkartons auf den Bäumen wachsen."

Die Deutsche Umwelthilfe fordert als Konsequenz der Ergebnisse, für die Verbundkartons eine Pfandpflicht wie für Dosen und Plastikflaschen einzuführen.

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