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stern: Mit der Währungsumstellung wird "Daddeln" teurer - "Schnäppchen für Spielautomatenbetreiber"

Hamburg (ots) - Die Bundesländer haben im Zusammenhang mit der Umstellung auf den Euro einem besonders krassen Fall von Preistreiberei durchgehen lassen. Wer ab 1. März kommenden Jahres an einem Spielautomaten "daddelt", zahlt rund 20 Prozent mehr für dieselbe Spieldauer. Das berichtet das Hamburger Magazin in seiner neuen Ausgabe. Zwar wird in der Spielverordnung der Höchsteinsatz einigermaßen korrekt von 40 Pfennig auf 20 Cent umgestellt. Zugleich wird aber die Mindestspieldauer von 15 auf 12 Sekunden gesenkt, was das "Daddeln", sofern man nicht früher aufhört, faktisch um 20 Prozent verteuert. Von einem "Schnäppchen für Spielautomatenbetreiber" ist in regierungsinternen Papieren die Rede, die dem stern vorliegen. Betrieben wurde die Aktion von dem wirtschaftspolitischen Sprecher der SPD, Ditmar Staffelt in enger Kooperation mit dem Bundeswirtschaftsministerium. Der Trick, zu dem die Mitarbeiter des Ministeriums dem Berliner Abgeordneten rieten: Um den Grundsatz "Keine Preiserhöhungen anlässlich der Euro-Einführung" nicht zu verletzen, solle man die Verkürzung der Spieldauer betreiben. Versteckt wurde die Umstellung in der Anlage zum Neunten Euroeinführungsgesetz, wo sie von der Bundesratsmehrheit nicht entdeckt wurde. Der Bruttospielertrag aus 208 000 Automaten beträgt 4,2 Milliarden Mark. Glücksspieler stellen nach Drogen- und Alkoholkranken die drittgrößte Patientengruppe bei den Suchttherapeuten. Diese Meldung ist unter der Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen: stern-Redakteur Hans Peter Schütz, Tel. 030/202 24 222 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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