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stern: Sind die Grünen noch zu retten? Der stern befragte prominente Anhänger nach der Zukunft der Partei

Hamburg (ots) - In den vergangenen dreieinhalb Jahren mussten die Grünen bei jeder Wahl kräftig Stimmen abgeben. Die Öko-Partei zerreibt sich in der Regierung und droht bei der kommenden Bundestagswahl an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern. Sind die Grünen noch zu retten? Das Hamburger Magazin stern fragt in seiner neuen Ausgabe prominente Anhäger der Grünen nach der Zukunft ihrer Partei. BAP-Sänger Wolfgang Niedecken ist überzeugt, dass die Grünen weiter wichtig sind, "als Korrektiv zum populistischen ,Wegschließ-und kriminelle-Ausländer-raus'-Kanzler. Wir brauchen eine Partei, die Beton-Tabus knackt, zum Beispiel beim Atomausstieg." Dass die Partei mit ihrer Zustimmung zum Bundeswehreinsatz im Kosovo und in Mazedonien ihre Ideale verraten hat, glaubt er nicht: "Spätestens beim Gemetzel in Srebenica ist mir mein Friedenstäubchen abhanden gekommen. Als der Nato-Einsatz im Kosovo losging, dachte ich: Endlich versucht mal einer den Leuten zu helfen. es war richtig, dass die Grünen das mitgetragen haben." Schauspielerin Renan Demirkan meint zwar, dass "sich kein Grüner dem Anti-Terror-Bündnis der Amerikaner verweigern wird." Die Lage der Partei beurteilt sie kritischer: "Fischer und die Grünen stecken sicher in der Not zwischen innen- und außenpolitischen Interessen. Aber ein Bündnis-Blankoscheck wäre ein Ausverkauf der eigenen Identität." Auch Schauspieler Volker Brandt mahnt: "Ich wähle die Grünen, seit es sie gibt und werde das auch wieder tun." Aber: "Die Partei ist nur zu retten, wenn sie sich auf ihre alten Themen besinnt. Wenn jetzt zum Krieg gegen den Terror aufgerufen wird, muss meine Partei die Stimme der Vernunft sein. " Die Schauspielerin und Kabarettistin Maren Kroymann hegt immer noch große Sympathien für die Grünen, doch durch "das völlige Fehlen von Hemmungen, wenn es um das Kriegführen geht", hat die Partei bei ihr ihren "Bonus fast aufgezehrt": "Stand bei den Grünen nicht mal ,friedliebend' im Programm? Dabei gibt es zur Zeit die einmalige Situation, dass eine Mehrheit in der Bevölkerung und die Grünen-Basis dasselbe wollen: keinen Krieg. Aber die Regierungsmitglieder sind wahrscheinlich zu einbetoniert in diese Schulterschluss-mit-Bush-Vorgabe, um darüber überhaupt nachzudenken." Meldung ist unter der Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen steht Ihnen stern-Redakteur Tilman Gerwien (Tel. 030-2022-4223) zur Verfügung. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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