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Stern: Die Kohls kritisieren Heribert Schwan: "Der ist verrückt"

Hamburg (ots) - In einem Gespräch mit dem Magazin stern haben Altkanzler Helmut Kohl und seine Frau Maike Kohl-Richter Kohls ehemaligen Ghostwriter Heribert Schwan scharf angegriffen. Helmut Kohl bezeichnet den Journalisten im stern als "verrückt", seine Frau sagt, Schwan sei ein "Wichtigtuer". Der langjährige CDU-Vorsitzende sagt, was Schwan über ihn schreibe, interessiere ihn nicht. "Dieser Mann ist mir völlig egal." Es sei sein Fehler gewesen, dass er Schwan vertraut habe. Maike Kohl-Richter wirft Schwan "einen unglaublichen Rechtsbruch" vor, "vor allem einen Diebstahl geistigen Eigentums. Hier hat sich ein Mensch auf das Vermächtnis von Helmut Kohl gesetzt und sich auch noch als sein Interpret bezeichnet, der dazu nicht berechtigt ist."

Schwan hatte im Oktober das Buch "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle" veröffentlicht. Grundlage waren Gespräche Schwans mit Kohl. Kohl bestreitet, dass Schwan seine Aussagen hätte verwenden dürfen. Vor dem Landgericht Köln läuft zu dieser Frage ein Gerichtsverfahren. Kohl-Richter sagt, sie rechne in der ersten Instanz mit einem für sie positiven Ausgang. "Nach allem, was wir von unseren Anwälten hören, wird das für uns positiv ausfallen."

Maike Kohl-Richter, 50, bestätigt im stern, dass ihr Mann, 84, sie testamentarisch als Alleinerbin seines historischen Nachlasses eingesetzt habe. Zu Befürchtungen, sie beanspruche damit auch "Deutungshoheit" sagte sie: "Ich tue mich schon mit dem Begriff Deutungshoheit schwer. Was soll das eigentlich heißen? Mir geht es darum, dass ich eine Sicht der Dinge habe und haben darf."

Kohl sagt, er verstehe sich auch heute noch als Motor Europas. "Ich sehe mich weiter in der Pflicht." Jean-Claude Juncker, den neuen Präsidenten der EU-Kommission, lobt Kohl. "An den glaube ich. Das ist mein Mann", sage er. Lobende Worte fand Kohl auch für den ungarischen Premier Viktor Orban. "Er ist ein großer Europäer, er denkt und handelt europäisch." Orban und seine rechtspopulistische Regierung stehen wegen verschiedener Pläne, die Presse- und Redefreiheit einzuschränken, europaweit in der Kritik.

Kohl teilt die Kriegsängste mancher Menschen nicht. Er habe aber Sorge wegen der Entwicklung um die Ukraine, sagt er dem stern. Sollte ihn Bundeskanzlerin Angela Merkel um Rat fragen, würde er ihr sagen, was er allen sage, "dass man viel miteinander reden muss. Man muss die Dinge im Gespräch lösen", sagt Kohl.

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