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Frankfurter Flughafenchef im stern: "Im Moment ist es besonders sicher zu fliegen"

Frankfurter Flughafenchef im stern: "Im Moment ist es besonders
sicher zu fliegen"

    Hamburg (ots) - Für den Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm
Bender, wäre ein Terroranschlag wie der in New York auch vom
Frankfurter Flughafen aus möglich gewesen. Im Interview mit dem
Hamburger Magazin stern sagte Bender: "Wenn die Selbstmordattentäter
sich entschlossen hätten, einen Flieger in die Zentrale der Deutschen
Bank zu lenken, wäre das möglich gewesen." Bender selbst habe beim
Fliegen kein banges Gefühl: "Im Moment ist es besonders sicher zu
fliegen, weil alle Sicherheitsanstrengungen verschärft wurden und
jeder Mitarbeiter hoch motiviert ist. Selbst dort, wo es in der
Vergangenheit Schlendrian gab, ist man aufgewacht."
    
    An Deutschlands größtem Flughafen mit 62000 Mitarbeitern seien die
Sicherheitsstandards noch einmal verstärkt worden, so Bender zum
stern. Den Preis für die verschärften Sicherheitsmaßnahmen trage
"letztlich aber der Passagier". Bender: "Die Gebühren für Sicherheit
werden in Deutschland deutlich steigen, und damit rechnen die Kunden
auch."
    
    Allerdings räumte Bender ein, dass Kontrollen Flugzeugentführungen
nicht ausschließen könnten. "Wenn ein Terrorist entschlossen ist,
einen Piloten umzubringen, kann er das sogar mit bloßen Händen tun.
Oder mit einer Nylonschnur. Da nutzt es nichts, wenn das
Sicherheitspersonal alle potentiellen Waffen aus dem Gepäck zieht."
    
    Bender kündigte gegenüber dem stern an, dass Fluggäste in Zukunft
längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen: "Bei Nordatlantikflügen
sollten die Passagiere zwei bis drei Stunden vorher hier sein. Wir
müssen das Handgepäck jetzt auspacken und durchsuchen. Bei
innerdeutschen Flügen reichen ein bis zwei Stunden."
    
    Entlassungen in seiner "Fraport AG", der Eigentümerin des
Frankfurter Flughafens, hält Bender für unwahrscheinlich: "Aus
heutiger Sicht gibt es keinen Anlass, über Kündigungen nachzudenken.
Vielleicht stellen wir dieses Jahr aber weniger Leute ein als
geplant." Bender geht auch nicht von einer Verringerung des in den
vergangenen Jahren angestiegenen Flugverkehrs aus. "Wenn nichts mehr
passiert, können wir vielleicht schon im nächsten Frühjahr mit ganz
normalen Zahlen rechnen", so Bender zu stern. "Am Ende fliegen die
Leute wieder", meint Bender und fragt: "Oder glauben Sie, im nächsten
Jahr sagt jemand: Ich mache jetzt im Bayerischen Wald Urlaub statt
auf Mallorca?"
    
    Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe stern zur
Veröffentlichung frei.
    
    
ots Originaltext: stern
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