Gruner+Jahr, STERN

Riester mahnt Finanzberater im stern: "Denkt nicht nur ans Geschäft"

    Hamburg (ots) - Arbeitsminister Walter Riester (SPD) hat die
Finanzbranche aufgefordert, beim Verkauf der Riester-Rente seriöser
zu beraten. In einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern sagte
Riester: "Leider sind die Menschen in der Frage der Altersvorsorge
schlecht informiert." Deswegen sage er auch den Versicherern und
Vermögensberatern: "Klärt die Leute auf. Denkt nicht nur ans
Geschäft." Da es noch keine zertifizierten Produkte für die
Zusatzrente gebe, sei jetzt die Zeit der Beratung.
    
    Riester erwartet durch seine Rentenreform eine Umwälzung des
Vorsorgemarktes. Die betriebliche Altersvorsorge werde "einen noch
nie dagewesenen Schub" bekommen und die Vorschrift bei Zusatzrente,
die Verwaltungskosten auszuweisen, werde "den Markt revolutionieren".
Riester forderte: "In der Altersvorsorge muss es mehr Transparenz
geben." Das werde in den nächsten fünf Jahren gelingen. Der
Arbeitsminister hat auch keine Einwände, wenn sich
Verbraucherministerin Renate Künast in Fragen der Altersversorgung
engagiert. Er habe nichts dagegen, "wenn es neben dem Bio-Siegel auch
ein Renten-Siegel gibt".
    
    Der Arbeitsminister nahm im stern-Interview auch Stellung zu der
drohenden Beitragsanhebung in der gesetzlichen Rentenversicherung.
Riester kündigte an, alle Mittel einzusetzen, um weitere Senkungen
der Lohnnebenkosten hinzubekommen: "Ich habe das Ziel 19 Prozent noch
nicht aufgegeben."
    
    Wie er selbst fürs Alter vorsorgt, verreit Riester ebenfalls.Weil
er 41 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt und als Fliesenleger und
IG-Metall-Funktionär relativ gut verdient habe, könne er mit einer
"ordentlichen Sozialversicherungsrente" rechnen. Zusätzlich habe er
an Anspruch auf eine Betriebsrente von seiner Gewerkschaft. Davon
habe er aber nichts, denn die Pension, auf die er als Minister
inzwischen Anspruch habe, werde "eins zu eins" mit seiner
Gewerkschaftsrente verrechnet. Bei der privaten Vorsorge setzt er auf
eine "ganz normale Kombination":  eine Lebensversicherung und ein
Haus, in dem er mietfrei wohnen kann. Einen Vertrag für eine
"Riester-Rente" will der 57-Jährige (ab Donnerstag: 58-Jährige) nicht
abschließen, auch wenn man ihn nicht lange überzeugen müsste. Grund:
"Ein Minister erhält keine staatliche Förderung."
    
    Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe stern zur
Veröffentlichung frei.
    
    
ots Originaltext: stern
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Für redaktionelle Rückfragen: stern-Redakteur Lorenz
Wolf-Doettinchem,
Tel. 030-202240

Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Gruner+Jahr, STERN

Das könnte Sie auch interessieren: