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stern: Deutsche Geheimdienstexperten rechnen mit Terroranschlägen nach massivem Militärschlag in Afghanistan - Notfallpläne sollen überprüft werden

Hamburg (ots) - Sollte es bei einem Militärschlag der USA zu hohen Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung kommen, rechnen Sicherheitsexperten mit Terroranschlägen islamistischer Gruppen in Deutschland. Das berichtet des Hamburger Magazin stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Nach Informationen des stern trafen sich Polizeiexperten mit Geheimdienstlern und Vertretern der Bundesanwaltschaft in der BKA-Zweigstelle Meckenheim, um vertraulich Szenarien dafür zu entwickeln, was auf Deutschland zukommen kann. Danach erwarten die Experten nach einem "gezielten militärischen Schlag gegen Objekte mit Bezug zu bin Laden", der begrenzt bleibt, nur "spontane Demonstrationen" wie "Farbschmierereien" und "Sachbeschädigungen". Bei einer Festnahme bin Ladens müsse "zusätzlich mit Freipressungsversuchen gerechnet werden (Anschlagdrohungen, Geiselnahmen und Flugzeugentführungen)". Bei einem "Militärschlag mit hohen Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung" erwarten die Spezialisten neben heftigen Reaktionen islamistischer Verbände auch "schwere Straftaten und terroristische Anschläge durch fanatisierte Einzeltäter und Kleingruppen". Sollten die USA Afghanistan und andere islamische Staaten großflächig bombardieren und dabei bin Laden töten, "stehen schwerste Gewalttaten auch in der Bundesrepublik zu befürchten. Das amerikanische Vorgehen könnte in diesem Fall auch eine Fanalwirkung auf andere sympathisierende Tätergruppen entfalten", heißt es in den "VS - Nur für den Dienstgebrauch"-gestempelten Planspielen. Schon im Juli gingen die Innenminister der Bundesländer davon aus, das rund 100 "Schläfer" in Deutschland existieren. Diese Zahl errechnete eine Arbeitsgruppe hoch, unter Berücksichtigung der Erkenntnisse, dass seit 1989 "Gotteskrieger" in afghanischen Lagern gedrillt wurden und nach Europa eingesickert waren. Die Experten schlugen bei dem geheimen Treffen in Meckenheim die "Observation bekannter Versammlungsorte von Risikogruppen", die "Befragung einsitzender islamistischer extremistischer Straftäter" aber auch die "vorsorgliche Kontaktaufnahme mit den Zivilschutzbehörden" und die "Überprüfung der Notfallpläne" vor. Diese Meldung ist unter der Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen: stern-Redakteur Michael Stoessinger, Tel. 040/3703-3570 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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