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stern: Marburger Bund fordert bessere Kontrollen in Krankenhäusern - AOK ermittelt im Hamburger Klinik-Skandal

Hamburg (ots) - Frank Ulrich Montgomery, Chef des Klinikärzteverbandes Marburger Bund, fordert bundeseinheitliche Richtlinien für eine "vernünftige arbeitsmedizinische Kontrolle aller Mitarbeiter in Krankenhäusern". Eine EU-Richtlinie sehe die Kontrolle zwar seit Jahrzehnten vor, "doch das wird nicht gemacht, weil es kostet", sagte Montgomery dem Hamburger Magazin stern. Hintergrund ist der Skandal um den Herzchirurgen Professor Friedhelm Dapper, der nach einer Hirnblutung weiter im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf im Operationssaal stand. Skandale wie dieser sind nach Ansicht des Ärztefunktionärs programmiert. "Weil die Kliniken Chefs installieren, die einen ungeheuren Ausleseprozess hinter sich gebracht haben und dann für den Rest ihres Lebens auf ewig unkündbar und mit großer Machtfülle ausgestattet sind." Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen den Ende September 1999 aus Krankheitsgründen ausgeschiedenen Dapper wegen fahrlässiger Tötung oder Körperverletzung in 21 Fällen. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen war der Chirurg nach seinem Hirnschlag im Januar 1998 121-mal im Operationssaal. Drei Todesfälle bei Eingriffen unter Beteiligung des kranken Arztes meldete bisher eine klinikinterne Ärztekommission der Staatsanwaltschaft. Wie der stern weiter berichtet, befürchtet die Allgemeine Ortskrankenkasse Hamburg noch Schlimmeres. Die Vorstandsvorsitzende Karin Schwemin zum stern: "Acht bis zehn unserer Mitglieder haben während dieser Zeit Operationen in der Herzchirurgie nicht überlebt." Die AOK hat eigene Ermittlungen eingeleitet. Erstmals im stern haben sich auch die Eltern eines heute vierjährigen Jungen offenbart, der im September 1998 wegen eines Herzfehlers im UKE Eppendorf operiert wurde - und seither schwerst behindert ist. Ihnen war bei einem OP-Vorgespräch aufgefallen, dass der Chefchirurg Dapper "merkwürdig unbeteiligt" wirkte und sich nur schwer artikulieren konnte. Als sie sich einem Kollegen von Dapper in ihrer Sorge anvertrauten, habe er beschwichtigt: "Das ist schon in Ordnung. Der würde nicht operieren, wenn er dazu nicht in der Lage wäre. Er ist der Mann mit den goldenen Händen." Die folgende Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen stehen die stern-Redakteure Günter Handlögten, Tel. 040/3703 2656, und Martin Knobbe, Tel. 040/3703 4445, zur Verfügung. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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