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Egon-Erwin-Kisch-Preis 2001 für die besten deutschsprachigen Reportagen geht an Spiegel Reporter, Süddeutsche Zeitung und an Die Zeit

    Hamburg (ots) -

    Preisträger sind in diesem Jahr Alexander Osang, Birk Meinhardt sowie Ullrich Fichtner

    Der stern hat am Mittwoch Abend zum 24. Mal den Egon-Erwin-Kisch-Preis verliehen, mit dem das Magazin alljährlich die besten deutschsprachigen Reportagen auszeichnet. Insgesamt wurden in diesem Jahr 375 Reportagen aus 82 Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen eingereicht. Die Jury hat 33 Autoren mit ihren Arbeiten nominiert und in die Endauswahl genommen. Preisträger und somit Gewinner des begehrtesten deutschen Journalistenpreises sind Alexander Osang, Birk Meinhardt und Ullrich Fichtner.

    Der mit 25.000 Mark dotierte erste Preis geht in diesem Jahr an Alexander Osang, der heute Spiegel-Korrespondent in New York ist. Er erhält die Würdigung für eine Beschreibung Angela Merkels mit dem Titel "Das eiserne Mädchen", die in dem mittlerweile eingestellten Magazin Spiegel Reporter erschienen ist. "So wie Osang hat diese wichtige Person noch keiner zurechtgerückt," heißt es in der Begründung der Jury. "Wer ihr Geheimnis ergründen will, wer begreifen will, wie eine Frau aus dem Osten zur Integrationsfigur einer erzwestlichen Partei werden kann, muss mit ihr dorthin gehen, wo sie herkommt. Das hat Osang getan und er kennt sich dort aus." Alexander Osang erhält den Kisch-Preis bereits zum dritten Mal: 1993 trug er schon einmal den ersten Platz davon, 1999 war es der zweite.

    Birk Meinhardt bekommt den zweiten Preis, der mit 15.000 Mark dotiert ist, für seine Geschichte über eine einsame Literatur-Übersetzerin, erschienen in der Süddeutschen Zeitung. Unter der Überschrift "Vom Glück, das rechte Wort zu treffen" hat Meinhardt nach Meinung der Jury nicht nur ein "ebenso brillantes wie anrührendes Porträt, sondern auch und vor allem die Geschichte vom Scheitern einer Frau, die ihren Beruf als Berufung begreift und es nicht fertig bringt, die allfälligen Kompromisse zu machen, geschrieben". Fast nebenbei erzähle der Beitrag Meinhardts so einiges darüber, wie heute mancherorts Bücher auf den Markt gebracht werden. Meinhardt erhält den Kisch-Preis zum zweiten Mal.

    Platz drei, für den der Preisträger 10.000 Mark erhält, geht an Ullrich Fichtner. Er erhält die Würdigung für sein in der Zeit veröffentlichtes Dossier "Die Strafkolonie von Moabit", das er als die "Besichtigung eines Molochs" bezeichnet. Der Autor hat sich mit seinem Beitrag den Zuständen in Europas größtem Gericht in Berlin-Moabit angenommen. Er findet dort eine Justiz, die vor dem Kollaps steht: Aus Geldmangel stellen Staatsanwälte Verfahren ein, neben Aktenbergen nisten Tauben, im Keller modern die Asservaten. Die Hoffnungen auf ein intaktes Institut, in dem die kriminellen Machenschaften der Großstadt eine gerechte Bestrafung finden, wird so brüchig wie die Fassaden des Gerichtsgebäudes. Auch Fichtner darf sich zum zweiten Mal Kisch-Preisträger nennen: Bereits im letzten Jahr erhielt er den dritten Platz.

    Der Jury unter Sprecher Hermann Schreiber gehörten in diesem Jahr neben stern-Chefredakteur Thomas Osterkorn auch Lilli Binzegger von NZZ Folio, Dr. Werner Funk, Christoph Ransmayr (Autor), Peter Sartorius (Süddeutsche Zeitung), Cordt Schnibben (Der Spiegel) sowie Jutta Voigt (Die Woche) an. Angesichts der wiederholten Nominierung und Auszeichnung einiger Autoren legt die Jury Wert auf die Feststellung, dass ausschließlich die Qualität ihrer Arbeiten im Vergleich und im Wettbewerb mit den übrigen eingereichten Stücken den Ausschlag gibt. "Andere Entscheidungskriterien darf es nicht geben und wird es nicht geben", so die Jury.

    Alle 33 nominierten Reportagen erscheinen in einem Buch (Hardcover) mit dem Titel "Egon Erwin Kisch-Preis 2001 / Die besten deutschsprachigen Reportagen" im Aufbau-Verlag. Der 300 Seiten starke Band (ISBN 3-351-02696-X) ist ab dem 24. Juli 2001 zum Preis von 39,90 Mark im Buchhandel erhältlich.


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Hannelore Gauster
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Elektronische Fotos der Preisträger stellen wir ab 5.7.2001 auf
Anfrage gern zur Verfügung.

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