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stern: Ex-Staatssekretär Pfahls in Leuna-Skandal verwickelt. Innenminister Schily: "Den kriegen wir."

    Hamburg (ots) - Seit zwei Jahren steht der ehemalige Verteidigungsstaatssekretär Ludwig Holger Pfahls auf der Fahndungsliste, weil er verdächtigt wird, bei einem dubiosen Panzergeschäft mit Saudi-Arabien Bestechungsgeld angenommen zu haben. Gegenüber dem Hamburger Magazin stern hat Bundesinnenminister Otto Schily nun aber den Verdacht zurück gewiesen, die Beamten des Bundeskriminalamtes hätten die Spur des früheren Strauß-Spezi verloren. Schily wörtlich: "Den kriegen wir. Wir haben die beste Zielfahndung der Welt."

    Pfahls' Festnahme, schreibt der stern weiter, hätte auch Folgen für den Lobbyisten Dieter Holzer, der beim umstrittenen Verkauf der ostdeutschen Leuna-Raffinerie an den französischen Konzern Elf-Aquitaine fünfzig Millionen Mark kassiert hat. Holzer sagte dem stern, er sei zwar mit Pfahls "befreundet gewesen und kenne ihn sehr gut". Doch mit dem Leuna-Deal habe er "wenig zu tun, vielleicht gar nichts".

    Doch Vernehmungsprotokolle und Ermittlungsakten aus Paris und Genf, die dem stern vorliegen, beweisen, dass Pfahls von Anfang an eingebunden war. Sein französischer Geschäftspartner Pierre Lethier sagte in Paris aus, mit Holzer und Pfahls habe er beim Leuna-Projekt "persönlich und täglich" zu tun gehabt. In einem Tätigkeitsbericht notierte Lethier für den 7. Oktober 1992: "Der Besuch von Pfahls heitert wieder auf." Der stern zitiert auch den Elf-Berater Hubert Le Blanc Bellevaux, der im Genfer Justizpalast über sein erstes Leuna-Arbeitstreffen in Deutschland aussagte: "Zu diesem Anlass erschien H. Holzer in Begleitung eines Anwaltes, der sich als H. Pfahls vorstellte."

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