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Berliner Serientäter offenbart sich dem stern: "Ich konnte das Elend der Patienten nicht mehr ertragen"

    Hamburg (ots) - Der 27-jährige Krankenpfleger Thomas K., der
gestanden hat, bei seiner Arbeit auf der Intensivstation des Berliner
Bundeswehrkrankenhauses fünf schwerkranke Patienten getötet zu haben,
hat sich in einem Gespräch dem Hamburger Magazin stern offenbart.
"Ich habe das Elend der Patienten nicht mehr ertragen und ihr Leid
abkürzen wollen", sagte Thomas K. dem stern.
    
    Wie das Magazin in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden
Ausgabe berichtet, will Thomas K. 1995 ein Schlüsselerlebnis gehabt
haben. Damals habe er einen etwa 35-jährigen Patienten gepflegt, der
ein halbes Jahr im künstlichen Koma lag und beatmet werden musste.
Der Mann starb. Bei der Obduktion durfte Thomas K. zuschauen - und
bekam einen Schock. Die Organe seien durch die medikamentöse
Langzeittherapie stark geschädigt gewesen. "Bei diesem Anblick
stellte sich bei mir die Frage nach dem Sinn meiner Arbeit", sagte
Thomas K. dem stern. "So fing ich an, über eine Art Sterbehilfe
nachzudenken. Ich dachte, ich tue den Patienten etwas Gutes, wenn ich
ihre Qualen verkürze."
    
    Im Januar  1996 brachte Thomas K. laut eigener Aussage den
63-jährigen Günter B. um, indem er die Medikamentendosis eigenmächtig
erhöhte. Der Mann erlitt einen Herzinfarkt. Zweieinhalb Monate später
habe er den 72-jährigen Heinrich S. auf die gleiche Weise getötet.
Einen Tag darauf sei der 66-jährige Gerhard N. durch seine Hand
gestorben. Sein nächstes Opfer drei Monate später: der 75 Jahre alte
Johannes H. Den 60-jährigen Mehmet A. habe er am 28. September
umgebracht. Im Bundeswehrkrankenhaus, so der stern weiter, habe
niemand etwas bemerkt.
    
    Inzwischen bereut Thomas K. seine Taten. "Ich habe den Patienten
meine Meinung aufgedrückt, ohne zu wissen, ob sie es so wollten. Das
tut mir furchtbar leid", schrieb er in einer Erklärung an den stern.
    
    Das Amtsgericht Tiergarten hat vergangene Woche einen
Unterbringungsbefehl erlassen. Darin wird angeordnet, dass Thomas K.
auch in Zukunft in der Psychiatrie verbleibt, in der der ehemalige
Feuerwehrmann seit Juli 1998 wegen einer Serie von Brandstiftungen
einsitzt.
    
    
ots Originaltext: stern
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