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Jonathan Akpoborie zum stern: "Es waren tatsächlich Kinder auf dem Schiff"

Hamburg (ots) - Der Nigerianer Jonathan Akpoborie, der seit Anfang Mai vom Bundesliga-Club VfL Wolfsburg wegen der so genannten "Kindersklaven-Affäre" freigestellt ist, geht davon aus, dass tatsächlich Kinder an Bord seines Schiffes "Etireno" waren. Sie sollten "womöglich von Benin zum Arbeiten nach Gabun gebracht werden", sagte der Fußballprofi jetzt in einem Interview mit dem in dieser Woche bereits am Mittwoch erscheinenden Hamburger Magazin stern. Laut Unicef und terre des hommes seien 23 Passagiere unter 15 Jahren ohne Eltern auf dem Schiff gewesen. "Aber der Kapitän wusste nichts davon und ich schon gar nicht", beteuerte Akpoborie. "Rechtlich" habe er mit dem Kindertransport "nichts zu tun". Seine Firma Titanic Investment habe die "Etireno" und ein zweites Schiff des Fußballers an ein Unternehmen verchartert, das fünf Agenturen damit beauftragt habe, "Passagiere und Fracht zu besorgen". Das sei genauso wie bei einem Flug mit der Lufthansa. Man kaufe sich ein Ticket beim Reisebüro, "der Flugkapitän und die Lufthansa wissen auch nicht, wer in der Maschine sitzt". "Sehr enttäuscht" sei er von VW, dem Hauptsponsor des VfL Wolfsburg, sagte Akpoborie zum stern. Das Unternehmen scheint an einer Weiterbeschäftigung des Nigerianers, der noch einen Vertrag bis 2003 besitzt, nicht interessiert zu sein. Er werde seinem Club entlastende Dokumente vorlegen. "Es wird nicht möglich sein, etwas gegen mich vorzubringen, was eine Kündigung meines Arbeitsvertrags rechtfertigt", sagte Akpoborie im stern-Interview. Am 21. Juni werde er deshalb beim Trainingsauftakt für die neue Saison dabei sein. "Aber es kann durchaus sein, dass gewisse Kräfte im Umfeld des Clubs dafür sorgen werden, dass ich Wolfsburg verlassen muss." Er gehe davon aus, dass der VfL Wolfsburg in diesem Fall auf eine Ablösesumme verzichten werde. "Ich würde gern in Deutschland bleiben", sagte Akpoborie zum stern. In den rufschädigenden Schlagzeilen der vergangenen Wochen sieht er kein Hindernis für eine Neuverpflichtung in der Bundesliga. "Wenn ich wegen dieser falschen Vorwürfe keinen Verein in Deutschland finde, dann läuft irgendetwas falsch in diesem Land." Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen steht der stern-Redakteur Joachim Rienhardt, Tel. 040/37034427, zur Verfügung. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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