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stern: Künast fordert neuen Gesellschaftsvertrag für Landwirtschaft

    Hamburg (ots) - Verbraucherministerin Renate Künast wehrt sich in einem Interview mit dem am Mittwoch erscheinenden Hamburger Magazin stern gegen den Vorwurf, bisher in Sachen Agrarwende nichts erreicht zu haben. Sie habe es nicht nur mit einem Gegner zu tun, "der alles im Griff hat - und gegen den man mit offenem Visier kämpfen könnte", Statt dessen gebe es ein ineinander verwobenes System mit tausend Interessen und tausend Mitspielern. "Viele zerren an mir, die einen wollen dies, die anderen das", sagte Künast. Aber sie werde es schaffen. "Wenn ich 2006 hier sitze bei einem Tässchen grünen Tee und zurückblicke, glaube ich schon, dass ich dann sagen werde: ‚Oh wir haben eine Menge bewegt'."

    Um die Agrarwende wirklich zu erreichen, plädierte Renate Künast im stern für eine "Art neuen Gesellschaftsvertrag". Es gehe ihr grundsätzlich darum, die bäuerliche Landwirtschaft zu erhalten und die Arbeitsplätze zu sichern. Dazu müsse sich das Berufsbild der Bauern ändern. Die Bauern würden  weiterhin Lebensmittel produzieren, "aber auch für den Erhalt der Natur und des Tierschutzes bezahlt werden". So werde in ihrem Ministerium zum Schutz des Verbrauchers an einem Gütesiegel für Eier gearbeitet. "Man soll auf einen Blick erkennen, was aus der Legebatterie kommt. Auf einer Eierschachtel mit Käfig-Eiern drin wird der Käfig sichtbar sein", kündigte die Ministerin an. "Täuschung und Irreführung, Idylle suggerierende Namen oder Bildchen mit schönem Bauernhaus" sollten nicht mehr möglich sein. "Das gehen wir Ende des Jahres an, wenn die Legehennenverordnung durch ist", sagte Künast in stern-Gespräch.

    Dass sie in ihrer Regierungserklärung zur Agrarwende nicht auf das Problem genmanipulierter Nahrungsmittel eingegangen war, rechtfertigte die Verbraucherministerin mit einem Eingreifen Schröders: "Der Kanzler hat zu dem Zeitpunkt die Debatte über die grüne Gentechnik offensiv gestoppt". Aber an ihrer ablehnenden Haltung habe sich nichts geändert. Aber man könne, so Künast,  "nicht einfach den gordischen Knoten zerhauen. Das Brecheisen hilft nicht weiter. Man braucht Beharrlichkeit."

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