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stern: UN bezichtigen Bayer-Firma, den Kongo-Krieg anzuheizen

Hamburg (ots) - Die Vereinten Nationen (UN) beschuldigen die Bayer-Tochter H.C. Starck, durch den Kauf des wertvollen Metalls Coltan den Kongo-Krieg anzuheizen. Das berichtet das Hamburger Magazin stern in seiner neuen Ausgabe. In einer Ende April veröffentlichten Untersuchung im Auftrag von UN-Generalsekretär Kofi Annan heißt es, der Konflikt in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) drehe sich "hauptsächlich um Zugang zu, Kontrolle von und Handel mit fünf mineralischen Ressourcen", darunter auch Coltan, das zu Tantalmetallpulver verarbeitet und in der Elektronikindustrie eingesetzt wird. Die Starck-Gruppe, die ihren Sitz in Goslar hat, wird in dem UN-Bericht als Bezieherin von kongolesischem Coltan aufgeführt. Das Unternehmen zähle damit zu jenen Handelsfirmen, die "der Motor des Konflikts in der DRC" seien. Starck produziert mehr als die Hälfte des Weltbedarfs an Tantalmetallpulver. Bayer hat den Bezug von kongolesischem Coltan bisher nicht bestritten. Dem stern liegt eine Stellungnahme eines Starck-Sprechers vor, in der er drei Wochen vor der Veröffentlichung des UN-Reports einräumt, in der Praxis sei es "nur schwer nachvollziehbar, ob Rohstoffe aus der Krisenregion oder anderen Teilen Afrikas stammen". Die Bayer-Zentrale stellte das gegenüber dem stern anders dar: "H.C. Starck bezieht von etablierten Händlern Material aus verschiedenen afrikanischen Lagerstätten. Einzelheiten können wir aus Wettbewerbsgründen nicht bekannt geben." Die US-Hilfsorganisation "International Rescue Committee" schätzt die direkten und indirekten Opfer des 1998 begonnenen Krieges allein im Osten des Kongos auf 2,5 Millionen Menschen. Die Kriegsparteien zerstören bei der Rohstoffsuche auch die einzigartigen kongolesischen Regenwälder. Diese Meldung ist unter der Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen steht Ihnen stern-Redakteur Wigbert Löer (Tel.: 040-3703-4409) zur Verfügung. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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