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"Kommunisten werden nicht mehr lange an der Macht bleiben" / stern-Interview mit dem chinesischen Dissidenten Wang Dan

    Hamburg (ots) - Westliche Unternehmen wie Siemens und
DaimlerChrysler sollten bei ihren Investitionen in China nicht nur an
die Gewinnaussichten denken, sondern auch politische Reformen
einfordern. Das sagte der in Boston lebende chinesische Dissident
Wang Dan in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern.
"Natürlich wollen Unternehmer Geld verdienen. Aber sie sollten auch
langfristig denken und politische Reformen unterstützen, denn nur ein
demokratisches China schafft Bedingungen für eine anhaltend
prosperierende Wirtschaft", betonte Wang Dan, der 1989 die Proteste
am Platz des Himmlischen Friedens anführte und jetzt an der
Universität Harvard studiert.
    
    Eine Neubewertung der Protestbewegung werde es unter Führung der
kommunistischen Partei in China nicht geben: "Dazu fehlt den
Kommunisten der Mut. Aber sie werden nicht mehr lange an der Macht
bleiben."  Demokratische Strukturen wie die Gewaltenteilung von
Regierung, Parlament und Justiz könnten in zehn bis fünfzehn Jahren
erreicht werden. "Für ein wirklich demokratisches Bewusstsein und
stabile demokratische Institutionen braucht es mehr Zeit", sagte Wang
Dan. Er werde nach China  zurückkehren, "sobald es die Umstände
erlauben".
    
    Der Dissident sprach sich für Peking als Austragungsort der
Olympischen Spiele von 2008 aus: "Die Kommunistische Partei verdient
diese Ehre nicht, aber das chinesische Volk.
    
    
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