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Stoiber zum stern: "Die Kanzler-Show vom großen Macher läuft nicht mehr"

Hamburg (ots) - Die Entscheidung, ob er als Kanzlerkandidat der Union in den Bundestagswahlkampf 2002 gehen wird, macht Edmund Stoiber nicht zuletzt auch von den Wünschen seiner Ehefrau abhängig. "Sie hat meinen Weg und meine persönlichen Entscheidungen bisher stets mitgestaltet. Das wird so bleiben," sagte der bayerische Ministerpräsident in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. "Wer wäre denn schon in München begeistert, nach Berlin zu gehen." Für ihn bleibe es dabei, dass "ich Ministerpräsident bleiben will". Andererseits sei aber in der Union vereinbart worden, "dass wir die Frage, wer denn am Ende in Berlin die Spitze gegen den Kanzler sein soll, im nächsten Jahr entscheiden wollen". Nach Einschätzung Stoibers wäre auch Angela Merkel gut als Kanzlerkandidatin geeignet. Die CDU-Vorsitzende habe "alle Voraussetzungen, Schröder erfolgreich herauszufordern", sagte der CSU-Chef. Mit Merkel an der Spitze habe die Union die SPD "in der Frage der Wirtschaftskompetenz wieder eingeholt". Zur Wahlkampf-Strategie der Union erklärte Stoiber im stern, man müsse sich vor allem darauf konzentrieren, aufzudecken, "was Rot-Grün falsch gemacht hat". Die Union könne "ihre Kraft am besten bündeln, wenn sie geschlossen auf die Fehler der Regierung hinweist". Stoiber wirft Schröder den dramatischen Einbruch des Wirtschaftswachstums, den Anstieg der Inflationsrate und das Versagen in der Arbeitsmarktpolitik vor. "Die Kanzler-Show vom großen Macher, der alles im Griff hat, läuft nicht mehr in diesem Jahr." Vor allem mit drei Themen werde die Union den Wahlkampf bestreiten, kündigte Stoiber im stern-Interview an. Innenpolitisch am wichtigsten sei die "wirtschaftliche Stabilität". Daran hänge "alles: die Arbeitsplätze, der Staatshaushalt, die Sicherung der sozialen Systeme". Die Familienpolitik sei das zweite Wahlkampf-Schwerpunktthema. Zur Finanzierung des von ihm geforderten Familiengelds von 1200 Mark monatlich sagte der CSU-Chef, bei daraus entstehenden jährlichen Kosten von 59 Milliarden Mark könne man "so etwas nur stufenweise machen". Aber "langfristig am teuersten wäre es, wenn wir nichts tun". Das dritte wichtige Wahlkampfthema der Union sei die "soziale Gerechtigkeit" . Sie werde, so Stoiber, "von dieser Regierung immer wieder verletzt". Die Steuer- und Rentenreform würde eine künftige Unions-Regierung "gerechter gestalten". ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen steht der stern-Redakteur Georg Wedemeyer, Tel. 089/24297774, zur Verfügung. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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