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stern.de: Geldwäscheverdacht gegen Deutsche-Börse-Tochter

    Hamburg (ots) - Die Luxemburger Gesellschaft Clearstream, eine 50prozentige Tochter der Deutsche Börse AG, steht unter dem Verdacht der Geldwäsche. Der Luxemburger Staatsanwalt Carlos Zeyen bestätigte stern.de, dass die Justizbehörden des Großherzogtums ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der Firma eröffnet haben. Nach Informationen von stern.de richten sich die Ermittlungen  unter anderem gegen den Vorstandsvorsitzenden von Clearstream, den Schweizer Andre Lussi.

    Zeyen geht nach eigenen Angaben dem Verdacht nach, dass die Clearstream-Manager sich der "Manipulation auf Kundenkonten und der "Manipulation auf Eigenkonten" schuldig gemacht haben. Das Verfahren gilt als  hochexplosiv. Clearstream ist - obwohl der Öffentlichkeit fast unbekannt - eine der zwei weltgrößten Clearingfirmen. Über sie wickeln Banken elektronisch ihre grenzüberschreitenden Wertpapiergeschäfte ab. Allein im vergangenen Jahr registrierte die Deutsche-Börse-Tochter etwa 150 Millionen Transaktionen.

    Clearstream hat bisher alle Geldwäschevorwürfe für unbegründet erklärt. Die Luxemburger Ermittler gehen jetzt auch der Frage nach, ob Kunden und Partnerbanken von Clearstream an Geldwäscheoperationen beteiligt waren. Zu ihnen zählen  fast alle  internationalen Großbanken, darunter auch Deutsche und Dresdner Bank. Auch sie  haben bisher stets bestritten, über Clearstream illegale Finanzoperationen vorzunehmen. Ausgelöst wurden die Ermittlungen laut Zeyen durch ein in Frankreich erschienenes Buch ("Révélations" - Enthüllungen) eines Ex-Beschäftigten der Clearinggesellschaft, des in Trier gebürtigen Luxemburger Ernest Backes.

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