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Deutsche Hochschulen versagen bei der Vorbereitung auf das Berufsleben - Studierende der geisteswissenschaftlichen Fächer fühlen sich im Stich gelassen

    Hamburg/Gütersloh (ots) - Deutsche Hochschulen bereiten
Studierende in den geisteswissenschaftlichen Fächern nur unzureichend
auf das Berufsleben und den Arbeitsmarkt vor. Dies belegen aktuelle
Daten des neuen Hochschul-Rankings von stern und CHE (Centrum für
Hochschulentwicklung), das im neuen stern-spezial Campus & Karriere
(Nr. 1/2001, EVT 23.4.2001) veröffentlicht ist. Grundlage des
umfassenden, mehrdimensionalen Rankings ist eine Befragung von rund
15.000 Studierenden der Fächer Germanistik, Anglistik, Geschichte und
Erziehungswissenschaften an insgesamt 71 deutschen Universitäten.
    
    Als besonders unzureichend empfinden die angehenden
Geisteswissenschaftler die Unterstützung ihrer Hochschule bei der
Stellensuche von Absolventen und bei der Vermittlung von Praxis
bezogenen Diplomarbeiten. Rund 70 Prozent der Befragten trauten sich
in diesen Punkten überhaupt kein Urteil zu, weil sie weder von
entsprechenden Angeboten wussten oder diese überhaupt nicht vorhanden
waren. Selbst über die Hälfte der Studierenden, deren Übergang in das
Berufsleben unmittelbar bevorsteht (10. bis 12. Semester), hatten
keinerlei Erfahrungen mit entsprechenden Angeboten ihrer Hochschulen.
    
    Auch diejenigen Studierenden, die diesen Service ihrer Hochschule
bereits in Anspruch genommen haben, fühlen sich bei der Suche nach
einem Arbeitsplatz im Stich gelassen: In dem Zeugnis (Schulnotenskala
1 "sehr gut" bis 6 "ungenügend"), das sie ihrer Hochschule in diesem
Punkt ausstellen, vergeben sie im Schnitt die Note 4,3; über die
Hälfte der Befragten beurteilen die Angebote sogar mit der Note fünf
oder sechs. Ähnlich schlecht bewerten die angehenden
Geisteswissenschaftler die Unterstützung ihrer Hochschule bei der
Vermittlung von Themen für die Diplomarbeit in der beruflichen
Praxis: Im Schnitt vergeben sie die Note Vier minus. Auch hier sind
es mehr als die Hälfte der Studierenden, deren Urteil fünf oder sechs
lautet.
    
    Nur wenig besser wird die Hilfestellung der Hochschulen bei der
Vermittlung von Praktika bewertet, die inzwischen für den
Berufseinstieg von großer Bedeutung sind.  Hier vergeben die
Studierenden immerhin eine Vier plus. Mehr als ein Drittel aller
angehenden Geisteswissenschaftler zeigen ihrer Hochschule jedoch auch
in diesem Punkt mit den Noten fünf oder sechs die Rote Karte. Nur
wenig besser wird das Informationsangebot der Hochschulen über
künftige Berufsfelder und den Arbeitsmarkt beurteilt. Auch hier liegt
die durchschnittliche Bewertung bei der Note Vier plus.
    
    Ein völlig anderes Bild ergeben die Angaben der Universitäten und
Fachhochschulen zu ihren Angeboten rund um das Thema Arbeitsmarkt und
Berufsfeld. 77 Prozent der Hochschulen geben an, ihre Absolventen bei
der Stellensuche aktiv zu unterstützen. Sogar 87 Prozent der
Universitäten und Fachhochschulen versichern, ihren Studierenden bei
der Vermittlung von Diplom- arbeiten zur Seite zu stehen.
    
    
ots Originaltext: stern
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