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stern: Innenstaatssekretär Claus Henning Schapper wird im Millionenbetrugsskandal um eine Spielbank belastet

    Hamburg (ots) - Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium,
Claus Henning Schapper, wird im Zusammenhang mit Veruntreuungen in
einem Spielkasino in Höhe von mindestens 2,5 Millionen Mark belastet.
Das berichtet das Hamburger Magazin stern in seiner neuen Ausgabe.
Schapper war zur Zeit der Betrügereien in der bei Hamburg gelegenen
Spielbank Hittfeld Staatssekretär im niedersächsischen
Innenministerium und Aufsichtsratsvorsitzender der Spielbanken
Niedersachsen GmbH.
    
    In einem inoffiziellen Bericht eines Beamten des
Landeskriminalamtes wird indirekt der Vorwurf erhoben, dass die
Spielbank nicht besser kontrolliert werden konnte, weil deren
Geschäftsführer Heinz-Dieter Wöstmann ein guter Bekannter Schappers
war. Wörtlich heißt es in dem Papier, aus dem stern zitiert: "In den
Fällen, in denen die mit Erlass für Kontrollen der Spielbanken
zuständigen Beamten ,uneinsichtig' waren, wurden gemeinsame
Studienjahre des Aufsichtsratsvorsitzenden und des Geschäftsführers
bemüht. Dieses Beziehungsgeflecht endete erst mit dem Weggang des
ehemaligen Staatssekretärs nach Bonn." Schapper wechselte 1998 ins
Bundesinnenministerium.
    
    Tatsächlich kennen sich Schapper und der damalige Geschäftsführer
Wöstmann seit den 60er Jahren, als sie Regierungsassessoren bei der
Finanzverwaltung in Braunschweig waren. Schapper, berichtet der stern
weiter, setzte sich dafür ein, dass Wöstmann Chef der Spielbank
wurde.
    
    Zur Überwachung des Spielkasinos durch eine Videokamera, die die
Bezirksregierung Hannover schon 1997 anordnete, kam es erst mehr als
zwei Jahre später. Geschäftsführer Wöstmann hatte bei  Schapper gegen
die Maßnahme protestiert. In einem internen Spielbank-Protokoll einer
Besprechung vom 4.3.98 heißt es dann auch: "Insbesondere das Moment
der Notwendigkeit sieht Staatssekretär Schapper nicht ohne weiteres."
Daraufhin wurde erst einmal eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die prüfen
sollte, ob die Überwachung verhältnismäßig sei. Während dann knapp
zwei Jahre die Notwendigkeit der Installierung einer Videokamera
geprüft wurde, wurde der Roulettekessel manipuliert.
    
    Schapper sagte gegenüber dem stern, dass die Installation der
Videokamera "ein bisschen Zeit gekostet hat", bestreitet aber, seine
Aufsichtspflicht verletzt zu haben. Schapper: "Es hat keine Situation
gegeben, in der wir hätten hektisch reagieren müssen."
    
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Veröffentlichung frei
    
ots Originaltext: stern
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