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Grüner Parteichef verteidigt Trittin und räumt Kommunikationsdefizit ein
Fritz Kuhn im stern: "Wir schaffen es noch zu wenig, in einer ganz einfachen Botschaft klarzumachen, wofür wir stehen"

    Hamburg (ots) - Vor der Bundestagsdebatte über den umstrittenen
Umweltminister Jürgen Trittin hat der grüne Parteivorsitzende Fritz
Kuhn seinen Parteifreund erneut in Schutz genommen. "Jürgen hat einen
Fehler gemacht und sich dafür entschuldigt, aber man darf jetzt nicht
sagen, alles, was schief läuft, geht auf seine Kapp´. Am Schluss ist
er noch am Regen schuld", sagte Kuhn dem Hamburger Magazin stern.
Trittins Äußerung, CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer habe Aussehen
und Mentalität eines Skinheads, sei allerdings "einfach falsch"
gewesen, fügte Kuhn hinzu. "Wenn er gesagt hätte, er ist ein Demagoge
oder ein Scharfmacher - dann wäre das etwas anderes gewesen."
    
    Kuhn räumte gegenüber dem stern ein, dass die Grünen weiterhin
Probleme bei der Vermittlung ihrer Politik haben. Seit seiner Wahl
zum Vorsitzenden sei die Partei zwar "handlungs- und
strategiefähiger" geworden, sagte Kuhn. "Aber wir sind noch nicht
ganz am Ende des Tunnels. Wir schaffen es noch zu wenig, in einer
ganz einfachen Botschaft klarzumachen, wofür wir stehen." Allerdings
wies der grüne Parteichef darauf hin, dass es von der Ernennung von
Renate Künast zur Ministerin und den Landtagswahlen am vorigen
Sonntag "ein viel zu kurzer Zeitraum war, um vom Thema
Verbraucherschutz profitieren zu können. Damit werden wir noch Punkte
machen, denn es ist ein modernes und urgrünes Thema zugleich."
    
    Den Vorstoß des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt
Beck (SPD), die Ökosteuer ab 2003 nicht mehr fortzuführen, wies Kuhn
vehement zurück. "Einfach zu sagen: Jetzt ist Sense, das reicht
nicht", so Kuhn im stern-Interview. "Wir wollen die ökologische
Steuerreform nach 2003 weiterentwickeln, damit sie ihre
Lenkungswirkung noch besser entfalten kann. Das muss nicht
automatisch eine Erhöhung bedeuten. Ich kann mir zum Beispiel
vorstellen, dass erneuerbare Energien ganz von der Ökosteuer befreit
werden."
    
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