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"Wir haben uns verzettelt"
stern-Interview mit C&A-Europachef Lucas Brenninkmeyer

Hamburg (ots) - Lucas Benninkmeyer, der seit gut einem Jahr in fünfter Generation an der Spitze des Familienunternehmens C&A steht, hat in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern deutliche Kritik an der Firmenpolitik der letzten Jahre geübt: "Wir haben uns mit der vorherigen Ausrichtung an eine viel zu kleine Kundengruppe gewandt. Ja, das war ein Fehler, wir haben uns verzettelt. Das hat man uns übel genommen, und es hat dem Geschäft sehr weh getan." Früher habe das Unternehmen "nicht immer das beste Qualitätsimage gehabt". Dies sei heute ganz anders, sagte Brenninkmeyer. Zukünftig setze man "ganz auf unsere Strategie: Konzentriert auf zehn Eigenmarken und alles auf ein mittelmodisches Maß für den Massenmarkt ausgerichtet." Dazu werde man sich "in den kommenden Monaten aus dem Verkauf von Pelzen zurückziehen". Um kundenfreundlicher zu werden, sollen bis Ende 2003 alle Geschäfte in Deutschland modernisiert werden. "Dafür werden wir 500 Millionen Mark ausgeben", sagte der C&A-Chef. Der Textilriese, der seit Jahren in Deutschland deutliche Verluste machte, sieht sich auf dem Weg in die Gewinnzone. Mit Sicherheit sei C&A "kein Sanierungsfall". "Wir haben über viele Jahre dreistellige Millionengewinne gemacht, jetzt machen wir in Deutschland noch Verluste. Aber nicht mehr lange", sagte der Europachef im stern-Interview, das in der neuen Ausgabe erscheint. "Wir sind sehr zuversichtlich, in diesem Geschäftsjahr, das Anfang März begonnen hat, eine schwarze Null zu schreiben", sagte Brenninkmeyer weiter. Für seine Familie sei C&A immer ein gutes Investment gewesen. "Und das wird es auch in Deutschland wieder werden", versicherte der C&A-Chef. "Wir sind heute eine global agierende Familie" - und die Unternehmen seien alle rechtlich selbstständig und nicht zur Publizität verpflichtet. Sämtliche Gesellschafter hier in Europa seien persönlich haftende Gesellschafter, "also Familienmitglieder" , sagte der C&A-Chef. Bei C&A Europa seien zur Zeit 15 Familienmitglieder engagiert. Auch der Umgang mit der Firmentradition ist in den letzten Jahren offenbar liberaler geworden. So gelte u.a. schon seit langem nicht mehr die Regel, dass Manager des Unternehmens keinen Bart tragen dürfen. Dazu, berichtete Lucas Brenninkmeyer, gebe es eine "lustige Geschichte". Auf den Portraits der Firmengründer seien damals extra die Bärte wegretuschiert worden. "Clemens und August sollten ja schließlich auch in diesem Punkt Vorbild sein." Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an stern-Redakteur Frank Thomsen, Tel. 040/3703-3544 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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