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stern: EU-Kommissarin De Palacio offenbar doch mitverantwortlich für Flachs-Skandal

Hamburg (ots) - Die spanische EU-Kommissarin Loyola de Palacio ist offenbar doch mitverantwortlich für den Betrugsskandal um EU-Subventionen für Flachs. Das berichtet der stern in seiner neuen Ausgabe. In De Palacios Amtszeit als Landwirtschaftsministerin in Madrid von 1996 bis 1999 warf die EU-Kommission der spanischen Regierung mehrfach einen "Mangel an Kontrolle" bei der Vergabe der Millionenzahlungen an Flachsanbauer und -verarbeiter vor. Das geht aus internen Unterlagen der Brüsseler Behörde hervor, die der stern zitiert. Bei der Auszahlung dieser Subventionen sei es zu "weit verbreitetem Betrug" gekommen, schrieb jetzt die spanische Staatsanwaltschaft in einem dem stern vorliegenden Bericht an den Chef der EU-Betrugsbekämpfungsbehörde Franz-Hermann Brüner. De Palacio selbst hatte sich bisher stets mit dem Argument verteidigt, für die Subventionsvergabe seien nicht die Zentralbehörden in Madrid, sondern die autonomen Regionen verantwortlich gewesen. Dem widerspricht die Tatsache, dass die Kommission die spanische Regierung mehrfach offenbar vergebens zu schärferen Kontrollen aufforderte. De Palacio sorgte als spanische Ministerin außerdem dafür, dass im EU-Agrarministerrat Restriktionen für die Flachssubventionierung zu Fall kamen, die der Brüsseler Landwirtschaftskommissar Franz Fischler vorgeschlagen hatte. In De Palacios Amtszeit verdoppelten sich die EU-Zahlungen für iberische Flachsproduzenten von 50 auf über 100 Millionen Mark. Diese Meldung ist unter der Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen steht Ihnen stern-Redakteur Hans-Martin Tillack (Tel. 0032/496/520923) zur Verfügung. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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