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Neuer Strafrechttatbestand gegen Spanner

Hamburg (ots) - Die baden-württembergische CDU/FDP-Landesregierung will durch eine Bundesratsinitiative erreichen, dass Spanner durch den neuen Straftatbestand der sexuellen Belästigung stärker abgeschreckt werden. Das berichtet das Hamburger Magazin stern in seiner neuen Ausgabe. Wie Justizminister Ulrich Goll (FDP) dem stern gegenüber bestätigte, wird Baden-Württemberg am 9. März einen entsprechenden Antrag in der Ländervertretung einbringen. Bislang können Spanner nur auf juristischen Umwegen, etwa Hausfriedensbruch, belangt werden. Die Gesetzesinitiative wurde maßgeblich durch den Fall Alexandra ausgelöst, der bundesweit für großes Aufsehen gesorgt hatte - das sechsjährige Mädchen aus Filderstadt bei Stuttgart war im Oktober 2000 von einem notorischen Spanner entführt, missbraucht und schließlich getötet worden. "Wir haben bisher oft geglaubt, Spanner und Exhibitionisten wären im Grunde harmlos. Dieser Fall zeigt, dass wir genauer hinschauen müssen", sagte Goll. Untersuchungen zeigten, so Goll, dass ein Fünftel aller Exhibitionisten später schwere Delikte begingen. Umgekehrt gelte, dass 60 Prozent der Täter, die Kinder getötet haben, sich auch als Spanner oder Exhibitionisten betätigt haben. Deshalb beantragt Baden-Württemberg im Bundesrat außerdem, dass Sexualtäter auch bei geringfügigen Vergehen wie Exhibitionismus in der DNA-Kartei des Bundeskriminalamtes gespeichert werden. Goll: "Dann beträgt das Risiko, entdeckt zu werden, 100 Prozent - das wäre die beste Abschreckung." Im Alleingang hat Baden-Württemberg bereits die rechtliche Möglichkeit geschaffen, bei inhaftierten Sexualtätern, die rückfallgefährdet sind, nachträglich die Sicherungsverwahrung anzuordnen. Der Landtag verabschiedet am heutigen Dienstag das entsprechende Gesetz. Bisher konnte eine solche Verwahrung im Anschluss an die Haft nur bereits bei der Verurteilung verhängt werden. Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für inhaltliche Rückfragen steht Ihnen stern-Mitarbeiter Rolf Nübel zur Verfügung. Tel. 0172/904 52 41. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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