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"Eines Tages wird einer kommen, der mir die Grenzen aufzeigt"
stern-Interview mit Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher

"Eines Tages wird einer kommen, der mir die Grenzen aufzeigt" / stern-Interview mit Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher

    Hamburg (ots) - Auch für Michael Schumacher ist spürbar, dass sich
sein Image in der Formel-1-Szene positiv gewandelt hat. "Es ist
schön, dass manche mich langsam anders betrachten, aber es ist
schade, dass sie es erst so spät erkennen", sagte der Weltmeister in
einen Interview mit dem Hamburger Magazin stern. "Aber ich, der
private Michael Schumacher, habe meinen Charakter nicht verändert",
betonte der Kerpener. Und: "Ich fühle mich stärker akzeptiert. Die
Leute versuchen nicht mehr so oft, etwas, was ich sage, umzudrehen.
Selbst wenn es so kommt, dann kümmert es mich weniger. Ändern kann
ich es sowieso nicht", meinte Schumacher. Ihr Privatleben werden er
und seine Frau weiterhin abschirmen: "VIP-Veranstaltungen sind nicht
unsere Welt, uns ist das zu oberflächlich."
    
    Nach dem Ende seiner Karriere will er sich vor allem seiner
Familie widmen: "Dann lebe ich eine Zeit lang nur für sie." "Wenn ich
irgendwann einmal aufhöre, dann ohne zu wissen, was ich danach mache.
So stelle ich mir das vor. Ich möchte mich nicht von einer Sache in
die andere stürzen." Von seinem Abschied habe er aber noch keine
konkreten Vorstellungen: "Noch nicht einmal davon, wann es sein wird.
Ich werde oft darauf angesprochen, obwohl ich erst 32 bin und locker
bis 35 oder länger weitermachen kann."
    
    "Es gibt immer wieder Momente", so Michael Schumacher, in denen er
über den schweren Unfall vor eineinhalb Jahren in Silverstone
nachdenke. "Aber ich kann mich nicht dabei ertappen, dass ich deshalb
wirklich langsamer fahre." Auch brauche er nicht das Ziel eines
weiteren Weltmeistertitels, um sich zu motivieren. "Es sind die
Rennen, die das tun. Wenn ich am Start im Auto sitze, die rote Ampel
geht aus, dann will ich die Zweikämpfe und das Rennen gewinnen. Das
ist Motivation genug für mich." Er wolle mit Ferrari "eine Ära des
Erfolges beginnen". "Aber ich sehe das nicht verbissen. Wenn es dazu
nicht  reicht, dann haben wir wenigstens den Fluch der endlos
scheinenden Zeit ohne Weltmeistertitel für Ferrari durchbrochen",
sagte Schumacher. "Auf jeden Fall" fange der Spaß am Rennfahren ohne
diesen Druck erst richtig an. Und "eines Tages", so der Weltmeister
im stern,  "wird einer kommen, der mir die Grenzen aufzeigt."
    
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ots Originaltext: stern
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