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Peter Maffay im stern: "Mein Job killt die Liebe"

Hamburg (ots) - Rockstar Peter Maffay, der am Mittwoch sein 30. Bühnenjubiläum feiert, hat in einem Rückblick auf seine Vergangenheit tiefe Einblicke in sein Gefühlsleben gewährt. "Das Tempo, in dem ich lebe, ist sehr hoch. Mein Job killt die Liebe", sagte er in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. Oft gebe es Momente, wo er alles gerne liegen und stehen lassen würde, aber gleichzeitig wisse, "dass ich aus der Nummer jetzt nicht rauskomme. Da sind Auftritte, Leute... und meine Beziehung verbrennt". Es ist ein Problem für den 51-Jährigen, dass er "viel mehr Zeit" mit seiner 26-jährigen Freundin Tania "verbringen möchte, als mein Leben mir noch geben wird". Er habe den Tod zwar nicht vor Augen, wisse aber, "dass ich nicht mehr so viel Zeit habe, alles und soviel mitzunehmen wie Tania. Das tut mir richtig weh. Deshalb möchte ich jetzt einfach keine Zeit mehr mit Unsinn vergeuden". Mit der Musik aufzuhören, komme für ihn nicht in Frage. "In mir brennt ein Feuer, das ich gar nicht so genau sehen will. Ich will musizieren". Der Beifall sei verführerisch, man verzehre sich nach Streicheleinheiten. Maffay: "Natürlich hat es etwas mit dieser verdammten Loneliness zu tun. Das war doch schon immer so. Die Troubadoure im Mittelalter haben doch um das gleiche gekämpft wie wir - um an die Frau ranzukommen. Das ist doch der eigentliche Motor." Maffay, der als Kind mit seiner deutschen Mutter und dem ungarischen Vater in ärmlichen Verhältnissen im Rumänien des Diktators Ceausescu lebte und mit 14 Jahren das Land verliess, erinnert sich noch heute daran, dass es gegen seine Familie oft "versteckte Bosheiten" gegeben habe und er als "Hitlerist" beschimpft worden sei. "Als Kind habe ich ganz intensiv empfunden, einer Minderheit anzugehören. In dieser Zeit habe er den ganzen Drill zu hassen gelernt: "Uniformen, Halstuch, Antreten. Stillstehen. Ich will nicht, dass einer mir sagt: Mach dies. Mach das. Marschiere. Steht still. Rühr dich." Deshalb hätten ihn auch Anfang der Siebziger Jahre "keine zehn Pferde zum Bund gebracht. Ich würde mich als absoluten Pazifisten bezeichnen. Ich bin damals nach West-Berlin", weil man dort nicht zur Bundeswehr eingezogen worden sei. Er wolle "vor niemandem stramm stehen. Für mich ist das eine Entmündigung, eine Herabwürdigung, die ich nicht aushalte. Ich habe mich vor vielen Jahren entschlossen, Gewalt in meinem Leben nicht zu akzeptieren." Rückblickend sagte der Rockstar dem stern, alles im allem habe er "keinen Grund zum meckern. Ich habe Glück gehabt. Mir gibt keiner Befehle. Es ist okay, ich habe meinen Frieden gefunden". ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: Arno Luik, Tel. 040-3703-3665 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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