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stern: Fischler warnt vor dramatischer Absatzkrise bei Rindfleisch

Hamburg (ots) - EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler hat in ungewöhnlich dramatischer Form vor den Folgen einer anhaltenden Absatzkrise von Rindfleisch gewarnt. "Wenn sich der Konsum nicht erholt, wäre das die absolute Katastrophe", sagte der aus Österreich stammende Politiker dem Hamburger Magazin stern. Bleibe der Verbrauch von Rindfleisch auf dem jetzigen Niveau, stünde die EU am Jahresende vor 2,8 Millionen Tonnen unverkäuflichem Rindfleisch. "Das könnte man weder einlagern noch entsorgen", sagte Fischler. "Dann sind wir am Ende." Er wies darauf hin, dass man die Rindfleischproduktion nicht wie "auf Knopfdruck" abstellen könne. Es würden weiter Kälber geboren, die ständig weiter wachsen. "Stoppen kann man das nur mit Rindfleisch essen." Fischler erinnerte daran, dass alle bisherigen Pläne der EU zur Bewältigung der Absatzkrise auf der Annahme basierten, "dass wir über das ganze Jahr einen Verbrauchsrückgang von zehn Prozent haben". Zur Zeit sei der Konsum aber um 30 Prozent zurückgegangen. Der Kommissar ließ die Frage offen, ob nach der jetzt angelaufenen Massenvernichtung überzähliger Rinder eine weitere Vernichtungswelle folgen müsse. Zugleich verteidigte er die Massenvernichtung als alternativlos. "Wenn die Ställe zu voll werden, schafft das auch tierschützerische Probleme", sagte Fischler. Darum müsse man einen Teil des Fleisches vernichten, und zwar "das von älteren Kühen, weil das am wenigsten wertvoll ist". Normalerweise werde dieses Fleisch ohnehin nur zur Herstellung von Würsten verwendet. "Und wir haben schon die allergrößte Not, auch nur einen Teil des besten Rindfleischs, das überhaupt auf dem Markt ist, an den Kunden zu bringen." Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe "stern" zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen: Hans-Martin Tillack Tel 0032 / 2 / 285 09 29 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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