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stern: Milliardenverschwendung bei Bundesbank und Landeszentralbanken

Hamburg (ots) - Ausgerechnet die Deutsche Bundesbank und die Landeszentralbanken verweigern sich ihrem selbst immer wieder geforderten Sparkurs bei öffentlichen Ausgaben. Trotz der stark reduzierten Kompetenzen, die sich aus der Einführung des Euro und der Übertragung zahlreicher Zuständigkeiten auf die Europäische Zentralbank (EZB) ergeben, meldet die Deutsche Bundesbank Rekordausgaben für Neubauten und Personal. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf Berechnungen der Bundesbank berichtet, wurden in den zurückliegenden zehn Jahren für 104 Projekte rund 3,4 Milliarden Mark verbaut. Der Hauptteil der Baumaßnahmen entfällt danach auf die Länder, vor allem auf prestigeträchtige Dienstellen in den neuen Bundesländern. Auch der Personalbestand der Notenbank verharre bei rund 16 000 Beschäftigten. Die alten Strukturen beizubehalten, sei eine "eine enorme Verschwendung öffentlicher Gelder", zitiert der stern Bundesbankpräsident Ernst Welteke. Beispielsweise gebe es "keinerlei institutionalisierten Austausch" zwischen den rund 80 Ökonomen der Frankfurter Zentrale und deren rund 180 Kollegen in den Landeszentralbanken, heißt es dazu in einer vertraulichen Stellungnahme des Bundesrechnungshofes. Die Länderexperten arbeiteten weitgehend für den Papierkorb, da die LZB-Präsidenten keinen Einfluss mehr auf die Geldpolitik in Euroland habe. Lediglich der Bundesbankpräsident gehört noch dem Zentralbankrat der EZB an. In der vorigen Woche hat Finanzminister Hans Eichel einen seit mehr als einem Jahr überfälligen Gesetzentwurf zur Reform des Bundesbankgesetzes angekündigt, der eine Verschlankung der Notenbankspitze und weniger Kompetenzen für die LZBs vorsieht. Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für inhaltliche Rückfragen: Klaus Wirtgen Tel. 0172/412 54 97. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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