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Länder rücken von Pannen-Test ab

Hamburg (ots) - Nach mehreren schweren Pannen bei BSE-Schnelltests rücken die Bundesländer zunehmend von dem bisher eingesetzten Testverfahren der Firma Bio-Rad ab. Nach stern.de-Informationen hat Hessen bereits Konsequenzen gezogen: Das Landesuntersuchungsamt in Gießen wechselt vom Bio-Rad-Test zum Verfahren der Schweizer Firma Prionics, das die ersten BSE-Fälle in Deutschland erkannt hatte und in Deutschland bereits offiziell zugelassen ist. Beim Einsatz der Tests von Bio-Rad waren in Baden-Württemberg und Hessen in jüngster Zeit insgesamt mehr als 160 Rinder fälschlicherweise positiv getestet worden. In Bayern hatte dieser Test im Dezember sogar eine an BSE erkrankte Kuh offenbar nicht erkannt. Wie die Online-Ausgabe des Hamburger Magazins stern berichtet, spreche man im hessischen Landesuntersuchungsamt hinter vorgehaltener Hand von "Schadensbegrenzung": Wenn man ständig Falsch-Tests zu prüfen habe, sei das wie mit einem kaputten Auto - man müsse ein anderes nehmen. Die Behörde verhandele mit Prionics über den Test-Wechsel. Ein Vorstoß der baden-württembergischen Landwirtschaftsministerin Gerda Staiblin (CDU) zielt laut stern.de darauf ab, bundesweit einheitlich den Bio-Rad-Test nicht mehr anzuerkennen. Staiblin forderte am Montag schriftlich von der neuen Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) eine rasche Mitteilung, "ob es begründeten Anlass gibt, den Einsatz bestimmter Schnelltests in Frage zu stellen". Kommt Künast zum Schluss, dass der Bio-Rad-Test unzuverlässig sei, soll bundesweit einhellig auf Prionics umgestiegen werden. Der neue bayerische Verbraucherminister Wolfgang Herrmann (CSU) drückt sich noch vor einer Entscheidung. Das Thema sei "zu schwierig", meinte der von Ministerpräsident Edmund Stoiber als Fachmann gepriesene Verbraucherminister gegenüber dem stern. Vorabmeldung ist mit Quellenangabe stern.de zur Veröffentlichung frei ots Originaltext: stern.de Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: Rainer Nübel im stern-Büro Baden-Württemberg, Tel. 0172/904 52 41. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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