Gruner+Jahr, STERN

stern: Neue Serie mit Anke Engelke - Brainpool-Chef Grabosch übt scharfe Kritik am Neuen Markt und an EM.TV-Chef Thomas Haffa

Hamburg (ots) - Der Vorstandsvorsitzende der Brainpool AG, Jörg Grabosch, kündigte im Interview mit dem Hamburger Magazin stern an, dass er noch in diesem Jahr eine neue Comedy-Serie mit Anke Engelke produzieren werde - "mit Sketchen, humorvollen Filmen, und Anke wird selber singen". Brainpool verhandele derzeit mit Sat1 und RTL über das neue Sendeformat. Produziert werde noch in diesem Jahr. Vom Ende des Comedy-Booms könne keine Rede sein, so Grabosch weiter. "Comedy wird es immer geben, genau wie Nachrichten oder Krimis." Dagegen erwartet der Brainpool-Chef ein baldiges Ende der Reality-Welle. "Wie soll denn der Wahnsinn noch gesteigert werden?", so Grabosch. "Beim nächsten Mal muss schon mindestens ein untreuer Ehemann live erschossen werden." Grabosch kündigte zudem eine Ausweitung der Marke "TV total" auf UMTS-Handys an. Entsprechende Gespräche liefen bereits. Scharfe Kritik übte der Brainpool-Chef an den Geschäftsmethoden einiger Firmen, die wie Brainpool am Neuen Markt notiert sind: "Viele haben den Neuen Markt mit einem Roulettetisch verwechselt." Für Zahlen habe sich niemand interessiert: "Was zählte, war der große Auftritt, die riesige Übertreibung." Grabosch kritisierte im stern-Gespräch besonders EM.TV-Chef Thomas Haffa: "Wenn sich ein Medienunternehmer hinstellt, Kermit hochhält und sagt: 'Der ist ganz groß', dann weiß er natürlich selbst, dass die Muppetshow seit Jahren in keinem großen Sender mehr läuft. So konnte man sich zusammenrechnen, was die deutschen Merchandisingrechte von EM.TV wert sind, die angeblich für Milliarden eingekauft wurden, um sie für noch mehr weiterzuverkaufen. Und so eine Firma ist dann plötzlich so viel wert wie die Lufthansa." Grabosch verurteilte auch das Auftreten einiger Fondsmanager: "Die Herren kommen vor dem Börsengang und sagen, sie wollen so viele Aktien wie möglich. Wenn man darauf eingeht, macht man sich von denen abhängig, dafür geht der Kurs ab wie eine Rakete." Er habe dabei nicht mitgemacht, sonden "die Unabhängigkeit vorgezogen". Auf die Frage, ob er über die Entwicklung wütend sei, sagte Grabosch: "Eher erstaunt, was alles möglich ist. Na ja, ein bisschen wütend eigentlich auch." Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen steht stern-Redakteur Frank Thomsen zur Verfügung. Tel. 040/3703 3544. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: Gruner+Jahr, STERN

Das könnte Sie auch interessieren: