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"Fünf Milliarden Mark in den nächsten sechs Jahren für umweltschonende Landwirtschaft"
stern-Interview mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber

Hamburg (ots) - Ministerpräsident Edmund Stoiber will den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft in Bayern nachhaltig fördern. "40 Prozent der organisierten Bio-Betriebe sind in Bayern, und wir fördern sie mit Millionenbeträgen. In den nächsten sechs Jahren werden wir für die umweltschonende Landwirtschaft über fünf Milliarden Mark ausgeben", sagte Stoiber in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern, das in der kommenden Ausgabe erscheint. Die Einrichtung eines Verbraucherschutzministeriums "zeigt unsere Prioritäten, dass wir es wirklich ernst meinen mit gesunden Lebensmitteln", sagte Stoiber. Bundeskanzler Schröder warf der bayerische Ministerpräsident vor, er falle in der Landwirtschaftspolitik von einem Extrem ins andere: "Bisher hat der Bundeskanzler die Landwirte immer angeraunzt. Sie sollten sich nach dem Weltmarkt und seinen billigen Preisen richten. Jetzt plötzlich zählen nur noch die Ökobetriebe." Eine einseitige Neuausrichtung, die nicht alle Betriebe einschließe, führe dazu, "dass sich nur noch die Reichen gesunde, in Deutschland hergestellte Lebensmittel leisten können". Die einkommensschwächeren Bürger würden dann womöglich mit "unkontrollierten Billigimporten abgespeist". Der CSU-Vorsitzende äußerte sich im stern-Gespräch aber auch positiv über den Kanzler: "Bei Schröder fällt mir auf, dass er fleißiger ist als je zuvor - diese Einsatzfreude hätte ich ihm nie zugetraut." Bei Joschka Fischer erstaune ihn "vieles in seiner opportunistischen Wandelbarkeit - um es vorsichtig auszudrücken". Fischer könne nicht seine früheren politischen Gewalttaten unter Hinweis auf die damaligen Verhältnisse relativieren. "Darunter leidet die Glaubwürdigkeit des notwendigen absoluten Nein zu jeder Form politischer Gewalt im Rechtsstaat. Wie will er sonst heute rechtsextremen Schlägern glaubwürdig entgegen treten und das Gewaltmonopol des Rechtsstaats verteidigen", kritisierte der bayerische Ministerpräsident. Was er an Fischer auch ablehne, sei "diese aufgesetzte Überheblichkeit. Dieses zur Schau gestellte Grinsen, wenn ein Redner der Opposition ans Rednerpult geht". Erneut lehnte es Edmund Stoiber in stern-Interview ab, sich an der Personaldebatte in den Unionsparteien zu beteiligen. Auch der CSU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Michael Glos wisse: "Es macht für die Union keinen Sinn, jetzt eine Kandidatendebatte zu führen." "Wir entscheiden die Kandidatenfrage 2002. Und in dem verbleibenden Jahr müssen wir mit Sachthemen weiter zu Schröder aufschließen." Dass er noch weitergehende politische Ambitionen hat, machte Stoiber in dem stern-Gespräch ebenfalls deutlich: "Ich habe jedenfalls noch einiges vor." Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen steht stern-Redakteur Arno Luik zur Verfügung. Tel. 040/3703 3665. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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