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stern: Auch der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Rauen gerät in der Caritas-Affäre unter Druck

Hamburg (ots) - Der Betrugsskandal um den inhaftierten Trierer Caritas-Manager Hans-Joachim Doerfert, der bereits Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) und den saarländischen Innenminister Klaus Meiser (CDU) den Job gekostet hat, berührt einen weiteren prominenten Christdemokraten. Der Landesrechnungshof Rheinland-Pfalz befasst sich mit dem Bauunternehmer Peter Rauen, Vizechef der CDU-Bundestagsfraktion, Mitglied im Parteipräsidium und Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung seiner Partei. Das berichtet das Hamburger Magazin stern in seiner neuen Ausgabe. Doerferts Caritas-Firma CTT soll sich "im Zusammenwirken mit dem Architekten und der Firma Rauen" beim Bau eines Altenheims durch überhöhte und manipulierte Rechnungen zusätzliche staatliche Fördermittel verschafft haben. "Ein integrer, vor Manipulationen geschützter Wettbewerb und eine objektive und neutrale Vergabeentscheidung waren ... nicht gewährleistet", heißt es in einem vertraulichen, dem stern vorliegenden Rechnungshofbericht. Moniert werden zum Teil "schwerwiegende Verstöße gegen Grundprinzipien des Vergaberechts". Landesregierung und Rechnungshof haben bereits die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Der Rechtsexperte der SPD-Landtagsfraktion, Axel Redmer, will den Fall noch vor der Landtagswahl im März 2001 ins Mainzer Parlament bringen: "Es verdichtet sich, dass Rauen die Finger im Doerfert-Skandal hatte." Bei mehreren CTT-Projekten vermuten die Prüfer Abzockerpraktiken und Tricks zu Lasten der Steuerzahler. Es geht um Bauprojekte in Höhe von mehr als vier Millionen Mark. Die Firma Rauen hatte den Auftrag erhalten, obwohl ihr Angebot beim ersten Abgabetermin noch gar nicht vorlag. Später berechnete sie nach "eigenverantwortlicher Massenprüfung" den Bodenaushub extra nach Aufmaß - was der Rechnungshof "unzulässig" nennt. Auch die nachträgliche Berechnung von Tagelohnarbeiten, ohne Stundenlohnzettel vorzuzeigen, ist laut Rechnungshof nicht gerechtfertigt. Die Firma Rauen rechnete am Ende rund 57 Prozent mehr als die vereinbarte Angebotssumme ab, stellt der Rechnungshof fest. Bauunternehmer Rauen gab sich "empört": Die Vorwürfe seien "in wesentlichen Punkten haltlos", sagte er dem stern. Rauen verschaffte Doerfert Projekte für die CTT und baute das Privathaus des Trierer Multimillionärs. Doerfert besorgte dem Partei- und Sportsfreund Aufträge und Sponsoren für Rauens Fußballclub FSV Salmrohr. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen steht Ihnen stern-Redakteur Klaus Wirtgen (Tel. 0172-4125497) zur Verfügung. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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