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stern zitiert Briefe der Augsburger Staatsanwaltschaft

stern zitiert Briefe der Augsburger Staatsanwaltschaft

    Hamburg (ots) -          Industrielobbyist Holzer offenbar am Verkauf der Villa des     flüchtigen Holger Pfahls beteiligt / Deutsche Ermittler         kooperieren mit Frankreich und der Schweiz          Erste Spuren eineinhalb Jahre nach Verschwinden des ehemaligen Staatssekretärs im Verteidigungsministerium, Ludwig-Holger Pfahls: Wie das Hamburger Magazin stern in seiner neuen Ausgabe berichtet, hat die Augsburger Staatsanwaltschaft die französische und schweizerische Justiz um Rechtshilfe bei der Strafverfolgung des flüchtigen Pfahls gebeten. Grundlage sind erste Fahndungserfolge über ein Immobiliengeschäft, das der zuletzt für Daimler-Chrysler in Fernost tätige Pfahls nach seinem Abtauchen im Juli 1999 abwickelte - möglicherweise unter Mithilfe des Industrielobbyisten Dieter Holzer. Der spielt eine Schlüsselrolle in der Schmiergeldaffäre um den Verkauf der Leuna-Raffinerie an den französischen Elf Aquitaine-Konzern.

    Die Augsburger Ermittler sind im südfranzösischen Vallauris auf eine Pfahls-Villa namens "Mas Rayo" gestoßen. Das Haus wurde am 28. September 1999 (laut Schreiben der Staatsanwaltschaft "im fluchtrelevanten Zeitraum") für 5,7 Millionen französische Franc an einen in Südafrika gemeldeten Erwerber verkauft. Die Ermittler vermuten, dass "der Kaufpreis, unter Umständen über Dritte, dem Beschuldigten Dr. Pfahls während seiner Flucht zugute kam", zitiert der stern weiter aus dem Schreiben.

    Der Verkauf wurde, so der Leitende Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz, nicht in Vallauris, sondern im lothringischen Bitche abgewickelt, und zwar vom Anwalt Josef Schaefer. Dessen Frau Anni hatte am 12. Juli 1999 ominöse  Dokumente aus Taipeh erhalten. Die Papiere stammten von Pfahls. Vor seinem Abtauchen hatte er sie, ermittelten die Fahnder, zur Übersendung nach Deutschland einer zu seiner Betreuung im Krankenhaus von Taipeh abgestellten Mitarbeiterin der dortigen, mit Daimler verbundenen Firma Capital Motors übergeben.

    Lobbyist Holzer stammt aus dem saarländischen Quierschied, das nur ein paar Kilometer von Bitche entfernt liegt. Und er unterhält laut Staatsanwaltschaft "seit mindestens 1994 geschäftliche Kontakte" zu Schaefer. Es gebe "Anhaltspunkte", dass Holzer am 9./10.Juli 1999, also unmittelbar nach Pfahls Verschwinden und wenige Tage vor Eintreffen der Post aus Taipeh, in Bitche den Notar Schaefer und Pfahls' Ehefrau Birgit getroffen hat. Fest steht, dass Holzer noch kurz vor Pfahls' Flucht Kontakt zu diesem hatte und auch beim Kauf von dessen Flugtickets anwesend war.

    Gegen Pfahls wird wegen Steuerhinterziehung und Bestechlichkeit im Zusammenhang mit der Lieferung von 36 Spürpanzern an Saudi-Arabien aus Beständen der Bundeswehr im Jahre 1991 ermittelt. Der enge Vertraute von Franz Josef Strauß soll von dem ehemaligen, jetzt in Kanada lebenden Thyssen-Lobbyisten und Waffenhändler Karlheinz Schreiber 3,8 Millionen Mark über ein Konto beim Schweizerischen Bankverein in Zürich erhalten und nicht versteuert haben.

    Dieses Meldung ist unter der Quellenangabe stern zur     Veröffentlichung frei.

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