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Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entscheidet in der Auseinandersetzung um die Veröffentlichung von drei Benetton-Anzeigen zugunsten des Hamburger Magazins stern

Hamburg (ots) - Der stern hatte sich mit einer Verfassungsbeschwerde gegen zwei Urteile des Bundesgerichtshofes gewandt, die dem Magazin den Abdruck von drei Anzeigenmotiven der Firma Benetton verboten hatten Das Bundesverfassungsgericht gab heute den Verfassungsbeschwerden statt, die der stern gegen zwei Urteile des Bundesgerichtshofes aus dem Jahre 1995 erhoben hatte. Nach dem Spruch der Verfassungsrichter war die Veröffentlichung von drei Anzeigen der Firma Benetton im stern rechtmäßig, die eine ölverschmierte Ente, Kinderarbeit und ein männliches Gesäß mit einem HIV-positiv-Stempel zeigten. Stern Verlagsleiter Dr. Bernd Buchholz: "Wir sind mit dem heutigen Urteil des Bundesverfassungsgerichtes sehr zufrieden. Wir haben gesagt, dass solche - eher harmlosen - Anzeigen wegen Artikel 5 des Grundgesetzes nicht verboten werden dürfen. Der stern hat sich dafür eingesetzt, dass Werbungtreibende mit ihren Motiven auch gesellschaftspolitisch aufwühlende Themen aufgreifen dürfen und nicht nur eine heile Welt vorgaukeln müssen. Unsere Ansicht wurde bestätigt. Dies ist eine außerordentlich erfreuliche Entscheidung für die Meinungs- und Pressefreiheit und natürlich auch für alle Werbungtreibenden." Der Bundesgerichtshof hatte sein Verbot vor allem damit begründet, dass die Anzeigen auf unlautere Weise die Gefühle der Menschen ausnutzten und das Aids-Motiv darüber hinaus gegen die Menschenwürde verstieße. Die Anzeigen gingen über die reine Darstellung von Elend nicht hinaus und trügen somit nichts Wesentliches zur öffentlichen Auseinandersetzung bei. Der stern hielt dem entgegen, dass die von Bundesgerichtshof gewählten Kriterien unzulässigerweise darauf hinaus liefen, Public-Relations - und Marketingmaßnahmen nur dann zuzulassen, wenn sie dem Konsumenten eine heile Welt suggerierten. Abbildungen der realen Welt, wie man sie tagtäglich in Nachrichtensendungen oder in Magazinen sehen könne, seien in diesem Zusammenhang nicht gestattet. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte diese Ansicht: "Ein vom Elend der Welt unbeschwertes Gemüt des Bürgers" sei " kein Belang zu dessen Schutz der Staat Grundrechtspositionen einschränken darf". Im Hinblick auf das Aids-Motiv sahen die Richter keinen Verstoß gegen die Menschenwürde. Der BGH habe die vom stern vorgetragene Deutung nicht berücksichtigt, dass durch die Anzeige gerade auf die befürchtete oder stattfindende Ausgrenzung anklagend hingewiesen werden solle. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: Susanne Wesner stern-Verlagsleitung Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit Am Baumwall 11 20459 Hamburg Tel. 040/3703-3046, Fax -5683 E-mail wesner.susanne@stern.de. www.stern.de/presse Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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