Gruner+Jahr, STERN

stern: Roland Koch sieht sich als Opfer eines "persönlichen Vernichtungsfeldzuges"

Hamburg (ots) - Der hessische Ministerpräsident Roland Koch sieht sich im Zusammenhang mit der CDU-Spendenaffäre als Opfer eines "persönlichen Vernichtungsfeldzuges". In einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern, das am Donnerstag veröffentlicht wird, gibt Koch vor allem den Medien die Schuld an seinem Image als Lügner und Trickser. Sie setzten ihre Macht ein, um die Wirklichkeit zu verdrehen. Er zeigte sich jedoch sicher, aus der Affäre unbeschädigt hervorzugehen. Koch gestand in dem stern-Interview ein, in den letzten Monaten auch Augenblicke der Scham erlebt zu haben. "Sicherlich wird man so ein Gefühl nicht ganz wegdrücken können", sagte er. So habe er wegen des CDU-Skandals durchaus an Rücktritt gedacht, sich mit seinen Parteifreunden aber darauf geeinigt, "dies gemeinsam durchzustehen". Sein Rücktritt, so Koch, hätte "Deutschland deutlich verändert: Die politischen Verhältnisse in Hessen hätten sich verändert, aber auch die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat. Und in Wahrheit ging es meinen Gegnern in Opposition und Medien doch nur darum". Er sei nicht nur aus Sorge um Deutschland nicht zurückgetreten, sondern "vor allem aus Respekt vor den Menschen, die mich gewählt haben und wollen, dass sich in diesem Land politisch etwas ändert". Der Wiesbadener Regierungschef bestritt in dem stern-Gespräch, einen Rechenschaftsbericht der hessischen CDU manipuliert zu haben. Er habe lediglich "einige Tage die Öffentlichkeit nicht vollständig" über sein Wissen unterrichtet und "damals nicht alles gesagt, was er gewusst" habe. "Diesen schweren Fehler habe ich korrigiert", sagte Koch. "Es gibt keinen Verein, kein Unternehmen, keine Familie mit fehlerlosen Menschen. Politiker sind keine Heiligen." Koch beschuldigte die Bundesregierung, den Rechtsextremismus in Deutschland zu dramatisieren. Er habe im Sommer mit "großem Erschrecken" festgestellt, dass die rechtsradikalen Straftaten im August deutlich angestiegen seien. "Und das hat nichts mit zunehmendem Radikalismus zu tun, sondern mit Teilen der Medien. Wenn die Politik und die Medien in einer bestimmten Weise zusammenspielen, können inakzeptable, schlimme Verhaltensweisen zur Modeerscheinung werden." Deutschland sei kein rechtsradikales Land. "Unsere Demokratie ist stabiler, was den Radikalismus angeht, als alle Demokratien um uns herum." Diese Meldung ist unter Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für redaktionelle Rückfragen: Arno Luik, Tel 040-420 0102 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: Gruner+Jahr, STERN

Das könnte Sie auch interessieren: