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stern: Teufel offenbar mit Stimmen der Republikaner gewählt

Hamburg (ots) - Erwin Teufel ist allem Anschein nach der erste deutsche Ministerpräsident von Gnaden einer rechtsradikalen Partei. Das berichtet das Hamburger Magazin stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Als Teufel 1996 nach der gewonnenen Landtagswahl erneut zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt werden sollte, erreichte er im ersten Wahlgang eine Stimme weniger als die erforderlichen 78. Dabei verfügt die Koalition aus CDU und FDP über 83 Abgeordnete. Die Republikaner, die mit einem Wahlergebnis von 9,1 Prozent in den Stuttgarter Landtag eingezogen waren, hatten damals angekündigt, Teufel nicht zu wählen. Nach dem ersten Wahlgang, so erklärten REP-Abgeordnete dem stern, habe ihr Bundesvorsitzender und Fraktionschef Rolf Schlierer ihnen aber nahegelegt, Erwin Teufel die Stimme zu geben. Im zweiten Wahlgang, als Teufel mit vier Stimmen Mehrheit Ministerpräsident wurde, haben ihn mindestens sechs Abgeordnete der Republikaner gewählt, wie dem stern vorliegende eidesstattliche Versicherungen belegen. Die Wahl Teufels zum Ministerpräsideten ist nicht das einzige Beispiel der Zusammenarbeit von Republikanern mit anderen Parteien. So verdankt Gerhard Lang (SPD) seine Wahl 1992 zum Ersten Bürgermeister der Stadt Stuttgart ebenso den REPs wie der Präsident der Region Stuttgart, Wolfgang Rückert, (CDU) und der Landrat des Ostalbkreises, Klaus Pavel (CDU). Im Mai 1995 wählte die FDP im Kreis Heidenheim sogar den ehemaligen REP-Landesvorsitzenden Klaus-Peter Köhler zu ihrem Landtagskandidaten. Im Juli 1996 setzten die Grünen mit Hilfe der Republikaner die Enquetekommission Medien ein. Nützlich für die Rechtsaußenpartei wird sich möglicherweise auch erweisen, dass sie 1997 Horst Lässing (CDU) zum Landrat im Rems-Murr-Kreis gewählt hat. Dort soll Mitte November der Bundesparteitag der Republikaner stattfinden. Als die Kreistags-Grünen vor wenigen Wochen eine Resolution dagegen verabschieden wollten, erklärte Landrat Lässing, man solle "die Kollegen" nicht diffamieren. Diese Vorabmeldung ist mit Quellenangabe zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: stern-Mitarbeiter Markus Grill, Tel. 0711/80 60 150 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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