Gruner+Jahr, STERN

"Es wird keinen Frieden geben"
stern-Interview mit IG-Metall-Chef Klaus Zwickel

Hamburg (ots) - Beim Thema Rentenreform und hier besonders im Streit um die paritätisch finanzierte Rente bleibt die IG-Metall hart. "Wenn die Regierung gegen uns entscheidet, wird in den Gewerkschaften, in der SPD und bei vielen Menschen eine sehr tiefe Wunde aufgerissen werden", sagte IG-Metallchef Klaus Zwickel in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. "Es wird keinen Frieden geben. Wir werden bis zum Schluss versuchen, mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, diese Pläne zu verhindern. Und wir werden bis zum Schluss versuchen, die Parlamentarier in der SPD umzustimmen", kündigte der IG-Metall-Chef an. Klaus Zwickel sagte ferner: "Mit der Methode ,Das wird jetzt durchgezogen' wird der Kanzler nicht durchkommen. Das hält die SPD politisch nicht aus." Er glaube, so Zwickel weiter, dass dies im Kanzleramt und in der Spitze der SPD-Fraktion inzwischen "angekommen" sei. Sollte es zu einer steuerlichen Förderung der privaten Altersvorsorge kommen, müsste dies vor allem den unteren Einkommensgruppen zugute kommen. "Aber gleichgültig, wie dieser Streit mit der Regierung ausgehen wird, schon heute kann ich sagen: Es wird eine Narbe zurückbleiben." Sein Verhältnis zum Kanzler beschrieb Zwickel in diesem Zusammenhang als "sachlich und pragmatisch". Schröder habe ihn bisher nicht enttäuscht. "Und ich hoffe, dass ich das auch in zwei Jahren sagen kann." Bei der "zentralen Frage", wie sich der Arbeitsmarkt entwickle, müsse am Ende der Regierungszeit die Bilanz allerdings "deutlich besser aussehen". Unzufrieden zeigte sich der IG-Metall-Chef im stern-Gespräch mit den bisherigen Ergebnissen im Bündnis für Arbeit. "Da liegen noch viele Instrumentarien brach." Dennoch bleibe seine Gewerkschaft im Bündnis: "An uns wird es nicht scheitern." Wenn am Ende dieser Legislaturperiode die Arbeitsmarktbilanz positiv ausfalle und sich die Frage stelle, wer "der Vater des Erfolges" sei, "möchte ich mit der IG-Metall dabei sein". Enttäuscht zeigte sich Klaus Zwickel im stern-Interview über die schwindende Bedeutung des Arbeitnehmerflügels in der SPD: "Ich will nicht sagen, er hat keine Stimme mehr, aber er ist sehr leise geworden." ots Originaltext: Stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: stern-Redakteur Norbert Höfler, Tel. 040/3703-3600 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Das könnte Sie auch interessieren: