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"Nicht nervös werden"
stern-Interview mit Telekom-Chef Ron Sommer über den Absturz an der Börse und die Zukunft des Unternehmens

Den Rückgang der Kurse von Telekom und von T-Online führt Telekom-Chef Ron Sommer auf die Schwäche der gesamten Branche und die Überhitzung des Telekom-Kurses im Frühjahr zurück: "Es war klar, dass dieser Übertreibung nach oben eine Übertreibung nach unten folgen musste." "Der Aktienkurs tut uns allen weh, mir besonders", sagte Sommer in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern, das in der kommenden Ausgabe veröffentlicht wird. "Wir haben uns bei der Deutschen Telekom keine Fehler vorzuwerfen", sagte Sommer weiter. Sein Rat an die Aktionäre: "Nicht nervös werden." Zum Kurspotenzial zitierte Sommer, der als Vorstandsvorsitzender zum Kurs keine Aussagen machen darf, Analysen, die die Telekom bei etwa 70 Euro sehen. Den Vorwurf, dass die Globalisierungsstrategie nicht schnell genug vorankomme, wies Sommer zurück. In nächster Zeit plane die Deutsche Telekom keine weitere Übernahme. Mit dem Kauf des US-Mobilfunkunternehmens Voicestream sei das Unternehmen im Mobilfunkbereich "sehr komfortabel positioniert". Es gebe keinen Druck, jetzt weitere Firmen zu kaufen: "Wir verdauen." Befürchtungen, dass die Telekom selbst zum Übernahmekandidat werden könnte, seien, so Sommer, kein Thema, "das uns bewegt": "So gut wie wir ist sonst niemand aufgestellt." T-Online - "das größte und erfolgreichste Internetunternehmen Europas" - soll weiter ausgebaut und alle Inhalte-Bereiche der Telekom sollen dort zusammengefasst werden, "um unsere verschiedenen Angebote besser vernetzen zu können", kündigte Sommer an. "Wir werden sicher kein klassisches Medienunternehmen kaufen, wie das AOL mit Time Warner getan hat", sagte Sommer. Überlegt werde derzeit, "gemeinsam mit einer TV-Sendeanstalt im Bereich Nachrichten und Information ein sehr konkretes Internetangebot über T-Online aufzubauen". Bei dem Mobilfunk strebe die Telekom bis zum Jahr 2004 in Deutschland 25 Millionen Kunden an. Im Jahr 2010, so Sommer weiter, würden alle Kunden UMTS-Nutzer sein und im Schnitt 120 Mark im Monat Umsatz machen. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen: stern-Redakteur Frank Thomsen, Tel. 040/3703 3544 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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