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stern: Liechtenstein ermittelt in Leuna-Affäre

Hamburg (ots) - Auf Drängen der Justizbehörden in Frankreich und der Schweiz hat die Regierung in Liechtenstein eigene Ermittlungen in der Leuna-Affäre angeordnet. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner neuen Ausgabe berichtet, soll die Staatsanwaltschaft in Vaduz herausfinden, ob und welche Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit dem Bau der ostdeutschen Öl-Raffinerie über Briefkastenfirmen in Liechtenstein geschleust wurden. Bei dem Milliarden-Geschäft sollen Parteien und Politiker in Frankreich und Deutschland mit hohen Millionen-Summen bestochen worden sein. Der neu berufene Vaduzer Chefankläger Robert Wallner bestätigte gegenüber dem stern, dass seine Behörde den Fall gründlich untersuchen werde. Laut Wallner liegen inzwischen insgesamt sechs Rechtshilfe-Ersuchen aus der Schweiz und eins aus Frankreich vor. Aus Deutschland, dem Schauplatz des Schmiergeld-Skandals, sei bislang keine Bitte um Rechtshilfe eingegangen. Nach wie vor ist in Deutschland keine Staatsanwaltschaft bereit, die Ermittlungen aufzunehmen. Im Visier der Vaduzer Fahnder steht jetzt die Delta International Establishment, die von dem Deutschen Dieter Holzer für zahlreiche Finanzoperationen eingesetzt wurde. Der in Frankreich per Haftbefehl gesuchte Lobbyist wird verdächtigt, Millionen-Beträge an Unions-Politiker weitergeleitet zu haben. Erste Spuren führen in einige Treuhand-Büros, wo über Briefkastenfirmen ein Großteil der Leuna-Millionen versteckt worden sein soll. "Der Schlüssel zur Aufklärung der Affäre", erklärte einer der Ermittler gegenüber dem stern, "liegt hier in Liechtenstein". Diese Meldung ist unter Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen steht Ihnen Leo Müller zur Verfügung. Tel. 0211-355 95 922 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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