Gruner+Jahr, STERN

"Der Glaube hat uns enorm geholfen"
stern-Interview mit Renate und Werner Wallert

Hamburg (ots) - Das Hamburger Magazin stern beginnt in seiner aktuellen Ausgabe mit dem exklusiven Abdruck des Tagebuches, das Werner Wallert während seiner Geiselhaft auf Jolo geführt hat. Der stern veröffentlicht auch Fotos von Wallert, die das Leben der entführten Urlauber im Camp dokumentieren. In der ersten Folge der dreiteiligen Serie schildert Wallert mit bisher unbekannten Details die Gefangennahme auf der malaysischen Urlaubsinsel Sipadan, die Verschleppung auf die süd-philippinische Insel Jolo und die ersten Wochen ihrer Dschungelhaft bei den Rebellen von Abu Sayyaf. In einem Interview zum Auftakt der Serie sprechen Renate und Werner Wallert erstmals ausführlich über ihre Leiden, die Rolle der Medien, das Scheitern der westlichen Diplomatie und das quälende Warten auf ihren Sohn Marc. Folgende Auszüge aus dem Interview sind mit Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei: Dass sie als Erste das Lager der Rebellen habe verlassen dürfen, habe sie zwar als "schwere Belastung" empfunden, sagte Renate Wallert, Schuldgefühle habe sie aber "eigentlich nicht" gehabt. Dazu Werner Wallert: "Marc und ich haben darauf bestanden, dass meine Frau rausgeht. Es hätte den ganzen Freilassungsprozess gestört, wenn sie sich widersetzt hätte." Das Gerede vom Simulieren seiner Frau habe Commander Robot -"ein notorischer Lügner" - in die Welt gesetzt. "Alle Ärzte, die sie inzwischen untersuchten", so Werner Wallert weiter, "haben den schlechten Gesundheitszustand meiner Frau bestätigt." Gefahr für die Geiseln sei weniger von den Rebellen ausgegangen: "Die unmittelbare Lebensgefahr ging vom philippinischen Militär aus." Ein General der philippinischen Luftwaffe habe ihm am Tag seiner Freilassung gesagt: "Weihnachten servieren wir Ihnen den Kopf von Commander Robot auf einem Silbertablett." Für seine Familie sei klar, dass ihre Freilassung "letztlich den Libyern zu verdanken" sei. Deswegen stelle er seine "PR auch nicht in den Dienst der Bundesregierung, sondern mache PR für die Libyer". Inzwischen verstehe er sich als "eine Art PR-Mann für die Kirche, für den Glauben. Der Glaube hat uns enorm geholfen, das durchzustehen." Bei den Journalisten, die sie im Lager aufsuchten, habe sie nur gestört, "dass sie immer wieder diese widerlichen Fotos von mir aufnehmen wollten", beklagte Renate Wallert. Werner Wallert bewertete im stern-Gespräch die Besuche der Presse "ganz eindeutig positiv": "Wir hatten anfangs ja ein ureigenes Interesse, Öffentlichkeit herzustellen." Diese Meldung ist unter Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für inhaltliche Nachfragen steht Ihnen stern-Redakteur Uli Rauss (040-37034432) zur Verfügung. Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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