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Prodi im stern: Für Osterweiterung "wahrscheinlich" mehr Geld nötig
Intervention zugunsten des Euro wäre in Interesse der USA

Hamburg (ots) - Um die Osterweiterung der Europäischen Union zu finanzieren, braucht die Gemeinschaft "wahrscheinlich" zusätzliche Mittel. Das sagte EU-Kommissionspräsident Romano Prodi in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. Er hoffe, dass die Aufnahme neuer Mitglieder zu zusätzlichem Wachstum führe, um "das zu tragen", sagte der aus Italien stammende Politiker. Wenn man die Osterweiterung "gut" mache, "werden alle dabei gewinnen", fügte Prodi hinzu. Zum schwächelnden Euro sagte Prodi, eine gemeinsame Intervention der Zentralbanken von EU, USA und Japan wäre inzwischen "in amerikanischem Interesse". Er begründete dies mit dem hohen Leistungsbilanzdefizit der USA. "Niemand kann ewig mit solch einem Leistungsbilanzdefizit leben", sagte der Kommissionspräsident. Allerdings sei eine derartige gemeinsame Intervention an den Devisenmärkten "nie einfach - erst recht nicht kurz vor US-Wahlen". Der Außenwert des Euro sei "enttäuschend" niedrig, räumte der Präsident ein. Als wichtige Ursache für die Euro-Schwäche sieht er das Fehlen einer gemeinsamen europäischen Wirtschaftspolitik. "Das hat ganz sicher einen Einfluss auf den Euro-Kurs", sagte der Politiker. Er sei zwar "glücklich", dass die Europäische Zentralbank unabhängig sei. "Aber ihr fehlt der politische Partner für einen Dialog." Mit einer europäischen Regierung gewönne der Euro nach Prodis Ansicht mehr Vertrauen in den Märkten, "obwohl ich das Wort einer föderalen europäischen Regierung nicht in den Mund nehmen will". Diese Meldung ist unter Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen: Hans-Martin Tillack Tel 0032/2/285 09 29 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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