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Stern: Deutscher in Pakistan von US-Drohne getötet

Hamburg (ots) - Deutsche Regierungsstellen gehen davon aus, dass bei einem US-Drohnenangriff im pakistanischen Mir Ali am 4. Oktober ein deutscher Staatsbürger getötet wurde. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, handelt es sich um den Wuppertaler Bünyamin Erdogan, der am 4. November diesen Jahres 21 Jahre alt geworden wäre. Offiziell verweist das Auswärtige Amt weiterhin darauf, dass es keine amtlichen Bestätigungen dafür gibt, dass der Drohnenangriff stattfand und Erdogan ihm zum Opfer fiel. Inoffiziell wird in Regierungskreisen aber nach Informationen des stern davon ausgegangen, dass die Nachrichten von Erdogans Tod zutreffen.

Erdogan, Kind türkischer Eltern, galt nach Einschätzung deutscher Bekannten lange als besonders gut integriertes Einwandererkind. "Er war ein Kluger, der Deutscheste unter allen anderen", sagte der Landwirt Friedrich Bleckmann aus Velbert bei Wuppertal dem stern. Auf Bleckmanns Hof hatte der junge Mann bis vor zwei Jahren oft ausgeholfen. Bleckmann unterzeichnete zusammen mit einem weiteren Bekannten bereits am 16.Okober eine Todesanzeige für Erdogan.

Im Laufe dieses Jahres war der damals 20-Jährige in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet übergesiedelt. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelte seit Juli gegen ihn und weitere Beschuldigte wegen des so genannten Lagerparagraphen des Strafgesetzbuches, also des Verdachts der "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat". Am 10. Oktober, sechs Tage nach dem Drohnenangriff, übergaben die Düsseldorfer Behörden das Verfahren an die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Seitdem lautete der Verdacht auf Unterstützung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Erdogan soll sich der Islamischen Bewegung Usbekistan (IBU) angeschlossen haben. Inzwischen prüft die Bundesanwaltschaft, ob sie wegen des Todes von Erdogan Ermittlungen einleiten muss.

Die Drohnenangriffe der USA in Pakistan sind völkerrechtlich hoch umstritten. Bisher hat die Bundesregierung aber vermieden, zu ihnen Stellung zu nehmen.

Pressekontakt:

Stern-Reporter Hans-Martin Tillack
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