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stern: Wirtschaftsminister Müller will zusätzlichen Staatssekretär von den Grünen

    Hamburg (ots) - Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) fordert für sein Haus einen zweiten parlamentarischen Staatssekretär. Es sei der "Fehler eines Ahnungslosen" gewesen, dass er bei seinem Amtsantritt auf einen Staatssekretär verzichtet habe, sagte der ehemalige Manager in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. Seine "Lieblingsidee" sei es, mit dieser Position die Wirtschafts- und Finanzpolitik der Grünen in seinem Hause stärker zu verankern.  Zur Stabilisierung der Grünen gehöre es, "dass sie ihre durchaus vernünftige Wirtschafts- und Finanzpolitik populärer machen".          Müller sprach sich in dem stern-Interview gegen eine sozialliberale Koalition aus: "Alles in allem funktioniert diese rotgrüne Regierung ordentlich - und besser als es momentan in einer Konstellation SPD/FDP laufen würde." Er habe deswegen auch keine Sorge, dass ihn demnächst ein "rheinland-pfälzischer Winzer" ablöse, sagte der Minister in Anspielung auf den FDP-Politiker Rainer Brüderle. Als seinen Nachfolger für die nächste Legislaturperiode brachte der 54-Jährige vielmehr den 34-jährigen Staatsminister im Kanzleramt, Hans Martin Bury (SPD) ins Gespräch: "Herr Bury wäre aus meiner Sicht durchaus auch ein guter Wirtschaftsminister."          Müller verteidigte die geplanten Subventionskürzungen für die Stiftung Warentest: "Kein Mensch weiß, dass dahinter ein profitables Unternehmen steht, das beachtliche Rücklagen hat und, wie ich ganz frech behaupte, es nicht vermeiden kann, auch noch Gewinne von zwei Millionen Mark auszuweisen." Er könne es nicht akzeptieren, dass die Stiftung nicht mehr unabhängig sein solle, wenn sie in der Zeitschrift "test" Anzeigen zulasse.          Mit Rücksicht auf die Gewerkschaften lehnt Müller es ab, die Lockerung des Ladenschlusses zu forcieren. Es sei nicht selbstverständlich, dass eine "Arbeiterregierung" der Bevölkerung einiges zumute, zum Beispiel bei der Rentenreform: "Wenn wir jetzt über den Ladenschluss reden, besteht offenbar die Gefahr, dass andere wirklich wichtige, aber strittige Reformen von den Gewerkschaften auf diesen Tropfen projiziert werden, der das Fass zum Überlaufen bringen mag."  Das müsse man sich gut überlegen. Langfristig werde es beim Ladenschluss wie beim Rabattgesetz kommen, das binnen der "nächsten zwölf Monate weg" sei. Es gebe Zeitläufte, innerhalb derer so etwas selbstverständlich werde. "Dann werden die Gewerkschaften sagen, die Zustände hätten sich eben geändert, deswegen werde man nicht mehr in den Krieg ziehen", sagte Müller.          Diese folgende Meldung ist unter Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei.     

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