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stern: Bertelsmann-Chef Middelhoff plant Firmenkäufe

Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff will die Marktposition des Konzerns im Musikgeschäft ausweiten - "entweder durch den Kauf eines Labels oder eines Musikclubs im Internet". Das sagte Middelhoff in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern, das am morgigen Donnerstag veröffentlicht wird. Darüber hinaus plant Bertelsmann weitere Firmenkäufe. Middelhoff: "Wir glauben, dass es auch in anderen Bereichen in den kommenden Monaten in den USA und in Deutschland Möglichkeiten zu sinnvollen Zukäufen gibt, weil einige Börsenträume platzen werden." Namen nannte er nicht. Eine komplette Fusion Bertelsmanns mit einem anderen Medienkonzern schließt Middelhoff aber weiter aus: "Wir sind allein stark genug." Im Herbst plant Bertelsmann ein neues E-Commerce-Angebot im Musikbereich: "Dann packen wir unseren gesamten Musik-Katalog auf den Server." Die Kunden könnten sich gegen Entgelt aus dem kompletten Angebot Musiktitel ihrer Wahl herunterladen. Neben der Kopie bekomme der Nutzer "das Recht, den Song an vier andere Online-Nutzer weiterzuschicken", so Middelhoff. Der Bertelsmann-Chef sagte, er beobachte die Entwicklung der Raubkopien im Internet im Musikbereich mit Sorge. "Wenn wir das nicht ändern können, steht unsere Musiksparte wie die gesamte Musikindustrie vor dem Aus", so Middelhoff im stern. Eine Renaissance verspricht sich Middelhoff vom E-Commerce-Geschäft für die Buchclubs: "Das Internet ist ein Glücksfall." Er bestätigte, dass sich beim deutschen Buchclub "der Gewinn gegen Null entwickelt hat". Die Mitgliederzahl wachse aber wieder. Middelhoff verteidigte die Ausstrahlung von "Big Brother" auf dem Konzern-eigenen Sender RTL 2. Er habe "anfangs zu den Skeptikern gehört", sei aber "aus prinzipiellen Gründen froh", dass RTL 2 es ausgestrahlt habe: "Für den demokratischen Standort Deutschland wäre es schlimm gewesen, wenn die Sendung von Politikern oder der Medienaufsicht verboten worden wäre." Gleichwohl "kann man sich schon mal sorgenvoll fragen", so Middelhoff, "ob nach den Inselabenteuern als nächstes die Menschenjagd kommt". Middelhoff: "Dass wir da nicht mehr mitmachen, ist doch wohl klar." Er würde auch eingreifen, "wenn 'Big Brother' verschärft würde". Diese Meldung ist unter Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: stern Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen steht Ihnen stern-Redakteur Frank Thomsen zur Verfügung. Tel. 040-3703-3544 Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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