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stern: Sohn des RAF-Opfers Siegfried Buback fordert Hafterleichterung für Terroristen

    Hamburg (ots) - Michael Buback, Sohn des von der Roten Armee Fraktion (RAF) ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, fordert, gesprächsbereiten Ex-Terroristen  der RAF Hafterleichterungen für künftige Strafverfahren in Aussicht zu stellen. "Es geht mir ausschließlich darum, dass die Wahrheit bekannt wird", sagte der 64-jährige Chemieprofessor in einem Interview mit dem Magazin stern. Der Mord an Bubacks Vater, der am 7. April 1977 mit zwei seiner Begleiter in Karlsruhe von einem Motorrad aus erschossen wurde, ist bis heute nicht aufgeklärt. Vergangene Woche hatte die Bundesanwaltschaft mitgeteilt, auf einem Bekennerschreiben zu der Tat seien DNA-Spuren der Ex-Terroristin Verena Becker gefunden worden.

    Michael Buback ist seit längerem davon überzeugt, dass Verena Becker die Mörderin seines Vaters ist. "Es gibt erdrückende Hinweise, die zu einer Anklage hätten führen müssen", sagte Buback dem stern. Er widersprach den Darstellungen der Ermittlungsbehörden, wonach am Tatort gefundene Haarspuren nicht Verena Becker zugeordnet werden konnten. Ihm liege ein Dokument des Bundeskriminalamtes (BKA) vor, in dem zu lesen sei, dass das gefundene Haar identisch mit den Haaren von Verena Beckers Haarbürste sei, sagte Buback. "Als ich bei der Bundesanwaltschaft nachfragte, wo das Gutachten zu diesem Befund ist, hieß es: Ein solches Gutachten gibt es nicht."

    Im Interview mit dem stern verwies Buback außerdem auf vier Zeugen, die unabhängig voneinander eine "zierliche Person" auf dem Tatmotorrad gesehen hätten. Erst im vergangenen habe sich eine Zeugin an ihn gewandt, die "höchstwahrscheinlich eine Frau" als Schützin erkannt habe. "Keine dieser Aussagen habe ich in den Prozessakten gefunden", sagte Buback. Wegen der Mittäterschaft am Mord des Generalbundesanwalts und seiner Begleiter waren in der Vergangenheit bereits die RAF-Terroristen Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt und Knut Folkerts zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

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stern-Redakteur Martin Knobbe, 040/3703-4445

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